GAO-Bericht beleuchtet Hindernisse bei der Entwicklung und Markteinführung von kultiviertem Fleisch

Laborfleisch wird nun als zelluläre Landwirtschaft bezeichnet
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Ein neuer Bericht des US Government Accountability Office (GAO) bietet aktuell detailierte Einblicke zum Stand der Forschung und Entwicklung von zellbasiertem Laborfleisch in den USA. Das GAO stellt fest, dass die noch junge Industrie bisher kaum über eine frühe Forschungs- und Entwicklungsphase hinauskommt. Der Bericht kommt zum Ergebnis, dass im Bereich Clean Meat noch viele Unklarheiten und Hindernisse existieren, die es zu überwinden gilt.

Das GAO erklärt: “Spezifische Informationen über die angewandte Technologie, mögliche kommerzielle Produktionsmethoden und die Zusammensetzung der Endprodukte sind weitestgehend noch nicht bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass sich die Technologie und die Produktionsmethoden noch in der Entwicklung befinden und die US Food and Drug Administration (FDA) sowie das US Department of Agriculture (USDA) oft keine Klarheit darüber haben, wie der Stand der vertraulichen F&E-Projekte ist.”

Der Bericht beschreibt unterschiedliche Aspekte und offene Fragen, die nachfolgend zusammengefasst dargestellt werden:

  •  Gewebegewinnung – Wie oft müssen die Produzenten Biopsie-Proben von Tieren sammeln und welche Tiere werden verwendet?
  • Antibiotika – Werden Antibiotika zur Herstellung von zellkultiviertem Fleisch verwendet, und wenn ja, sind Rückstände im Endprodukt vorhanden?
  • Nährboden – Welche Art von Nährboden wird verwendet und wie wirken sich Variationen des Nährbodens auf das Endprodukt aus?
  • Gerüst – Welche Art von Gerüst wird verwendet, um das Fleisch zu züchten?
  • Auswirkungen auf Umwelt, Tierschutz und Gesundheit – Wie wirkt sich zellkultiviertes Fleisch auf diese Bereiche aus?
  • Zeitpunkt der Ernte – Wie werden die FDA und USDA den Zeitpunkt der Ernte definieren? Der Zeitpunkt der Ernte ist der Punkt, an dem die FDA die Verantwortung der Aufsicht, einschließlich Inspektionen, an das USDA übeträgt.
  • Ausweitung der Produktion – Wie werden Unternehmen die Produktion auf ein kommerzielles Niveau erhöhen?
  • Produktionskosten – Zu welchem Preis werden Unternehmen ihr Produkt verkaufen, sodass es sowohl für das Unternehmen als auch für den Verbraucher profitabel ist?
  • Sicherheit – Unterscheiden sich potenzielle Sicherheitsrisiken bei kommerziellen Produktionsmethoden von denen für konventionelles Fleisch und wie werden sich etwaige kommerzielle Produktionsmethoden auf die Gesamtsicherheit des Produkts auswirken?
  • Produktzusammensetzung – Wie wird die Zusammensetzung möglicher Produkte aussehen?
  • Zeitspanne bis zur Markteinführung – Wann werden zellkultivierte Fleischprodukte den Verbrauchern zur Verfügung stehen?
  • Etikettierung – Wie wird zellkultiviertes Fleisch etikettiert werden?
  • Verbraucherakzeptanz – Wie werden die Verbraucher auf Fleisch aus Zellkulturen reagieren?

Obwohl der noch junge Industriezweig vor vielerlei technischen Hürden und offenen Forschungsfragen steht, erkennt man doch eine zunehmend dynamische Entwicklung in diesem Bereicht. Einige Vorreiter der Branche haben bereits erste Verkostungen von kultivierten Fleischprodukten durchgeführt und verfolgen ehrgeizige Ziele zur Kommerzialisierung ihrer Innovationen. Die wachsende Bedeutung von Clean Meat zeigt sich nicht zuletzt auch in verstärkten Investitionsaktivitäten. So gab beispielsweise das US-Startup Memphis Meats Anfang des Jahres eine Rekordfinanzierung über 161 Mio. Dollar bekannt.

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