ProVeg-Studie sieht großes Potenzial für neue pflanzliche Produkte auf den europäischen Märkten

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Eine von der Organisation ProVeg International durchgeführte europaweite Verbraucherumfrage hat ein enormes Potenzial für neue pflanzliche Lebensmittel aufgedeckt. Die neue Umfrage wurde unter 6.221 Verbrauchern in neun europäischen Ländern durchgeführt, um Prioritäten für die Produktverbesserung und -entwicklung zu ermitteln, die auf den Erfahrungen der Verbraucher mit dem Kauf und Konsum von Produkten auf pflanzlicher Basis basieren.

Mehr als drei Viertel (76%) der Befragten waren pflanzliche Konsmenten (Personen, die hauptsächlich oder ausschließlich pflanzliche Lebensmittel essen), während 24% so genannte Reduzierer waren (Personen, die ihren Verzehr von Fleisch und/oder anderen tierischen Produkten reduzieren oder zu reduzieren versuchen). Die untersuchte Stichprobe weist damit einen viel höheren Anteil an informierten Verbrauchern auf als die Allgemeinbevölkerung, 75 % der Teilnehmer waren weiblich. Diese Verbraucher haben bereits verschiedene Produkte auf pflanzlicher Basis gekauft und können so das Angebot in den Regalen der Supermärkte besser beurteilen. So können Lebensmittelhersteller und Einzelhändler bei der Gestaltung ihres Produktportfolios von den Erfahrungen der bereits im pflanzlichen Bereich aktiven Verbraucher profitieren.

Die meisten Befragten waren der Meinung, dass nicht genügend pflanzliche Optionen in den Supermärkten erhältlich seien. Die Verbraucher wünschen sich demnach mehr Vielfalt bei Geschmack, Textur und Art der Produkte.

Ein Haufen veganer Käsewürfel
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Die stärkste potenzielle Nachfrage besteht der Studie zufolge nach pflanzlichen Käsealternativen, wobei der Absatz dieser Produkte auf den Märkten rasch zunimmt. Bestehende pflanzliche Käsesorten wurden häufig als verbesserungsbedürftig in Bezug auf Geschmack, Preis und andere Faktoren beschrieben. Auch Fertiggerichte, Fleischalternativen, Backwaren und Schokolade wurden als sehr gefragte Produkte benannt.

Das größte Wachstumspotenzial liegt laut der Umfrage im Bereich der pflanzlichen Alternativen zu Eiern und Meeresfrüchten. Die Umfrage hat gezeigt, dass nur sehr wenige der Befragten diese Produkte ausprobiert haben, vor allem wegen der begrenzten Verfügbarkeit. Das bedeutet, dass ein enormes Potenzial für die Einführung neuer Produkte in diesen Kategorien besteht.

Pflanzliche Milchalternativen haben die höchste Durchdringungsrate und wurden bereits von über 90 % der Befragten konsumiert. Der Konsum der meisten anderen Produkte variierte jedoch von Land zu Land stark. Die Hauptgründe der Befragten, neue Produkte auf pflanzlicher Basis auszuprobieren, waren länderübergreifend Neugier, gesundheitliche Vorteile, Geschmack, Tierschutz und das Vertrauen in eine Marke.

Viele der Verbraucher gaben in der Umfrage an, dass sie unzufrieden mit dem Preis von pflanzlichen Lebensmitteln seien. Einige davon teilten die Ansicht, dass die zu hohen Kosten dazu beitragen, dass weniger Konsumenten die Alternativen ausprobieren würden. Dies traf für fast jede untersuchte Kategorie zu.

Die neue Verbraucherstudie von ProVeg basiert auf Daten aus neun Märkten: Großbritannien, Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark und der Tschechischen Republik. Die Umfrage wurde unter Befragten durchgeführt, die von ProVeg in Deutschland und den Niederlanden sowie von Partnerorganisationen in den anderen Ländern rekrutiert wurden: Veganuary (im Vereinigten Königreich), EVA (Belgien), Vegane Gesellschaft Österreich (Österreich), Association Végétarienne de France (Frankreich), die Vegetarische Gesellschaft Dänemarks (Dänemark), Swissveg (Schweiz) und die Tschechische Vegane Gesellschaft (Tschechische Republik).

Die vollständige Umfrage kann kostenlos auf der Website von ProVeg abgerufen werden.