Das deutsche Biotechnologieunternehmen Innocent Meat hat in einer neuen Finanzierungsrunde 6 Millionen Euro eingesammelt, um die Entwicklung seiner automatisierten Produktionstechnologie für kultiviertes Fleisch voranzutreiben und mit dem Bau einer Demonstrationsanlage zu beginnen.
Innocent Meat wurde 2020 von Laura Gertenbach und Patrick Inomoto gegründet und konzentriert sich auf Produktionssysteme für zellbasiertes Fleisch im industriellen Maßstab. Die Plattform des Unternehmens soll Fleischverarbeitern die Produktion von kultiviertem Fleisch mithilfe eines integrierten Systems ermöglichen, das den gesamten Produktionsprozess automatisiert – von der anfänglichen Kultivierung tierischer Zellen über deren Wachstum und Differenzierung in Nährmedien bis hin zum fertigen Fleischprodukt. Das System ist so konzipiert, dass es mit minimalen technischen Kenntnissen seitens des Anwenders funktioniert und sich weitgehend auf etablierte Marktlösungen und softwaregesteuerte Automatisierung stützt.
Demonstrationsanlage und Infrastruktur als Nächstes
CEO Laura Gertenbach sagt, dass die Mittel für die Errichtung der ersten Demonstrationsanlage des Unternehmens, die Entwicklung einer skalierbaren Infrastruktur und die Einholung behördlicher Genehmigungen in den ersten Zielmärkten verwendet werden sollen.
„Wir freuen uns über das Vertrauen und die strategische Vision unserer Investoren“, so Gertenbach. „Mit dieser Finanzierung und weiteren Mitteln werden wir in der Lage sein, unsere erste Demonstrationsanlage für potenzielle Kunden zu bauen. Außerdem werden wir eine skalierbare Produktionsinfrastruktur für unsere Wachstumstreiber entwickeln und behördliche Genehmigungen in unseren ersten Zielmärkten einholen. Wir planen, 2028 in den Markt einzutreten.“

An der Finanzierungsrunde beteiligte sich auch die GENIUS Venture Capital GmbH, die bereits zuvor in das Unternehmen investiert hatte. Uwe Bräuer, Geschäftsführer von GENIUS, verweist auf die frühzeitige Unterstützung von Innocent Meat und das anhaltende Interesse der Investoren am Bereich kultiviertes Fleisch. „Das wachsende Interesse von Investoren und fleischverarbeitenden Unternehmen an neuen Technologien ist willkommen und bestätigt unsere ursprüngliche Investitionsentscheidung“, sagt er.
Bräuer fordert außerdem effektivere regionale Finanzierungsmechanismen zur Unterstützung von Start-ups, die im Bereich fortschrittlicher Technologien tätig sind. „Unternehmen wie Innocent Meat, die solch radikale und disruptive Innovationen initiieren und damit ganze Branchen erneuern oder transformieren können, benötigen in der Startphase erhebliche finanzielle Unterstützung. Regionale Förderstrukturen und Finanzierungsinstrumente müssen viel besser auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten junger Technologieunternehmen abgestimmt werden. Nur dann wird es ihnen möglich sein, ausreichend privates Kapital zu mobilisieren“, so Bräuer.
Ein Plug-and-Play-Modell für Fleischverarbeiter
Das Produktionsmodell von Innocent Meat soll die Eintrittsbarrieren für traditionelle Fleischproduzenten senken, die kultiviertes Fleisch in ihre Betriebe integrieren möchten. Das Unternehmen positioniert seine Plattform als modulare Lösung, die die Integration der Produktion von kultiviertem Fleisch ermöglicht, ohne dass die Nutzer in eigene Forschung und Entwicklung investieren oder internes Fachwissen aufbauen müssen.
Das Unternehmen hat sich das Jahr 2028 als Ziel für den Markteintritt gesetzt, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.






