Kultiviertes Fleisch

CellTec Systems stellt neue Forschungsergebnisse zur Optimierung von Geschmack und Nährwert bei der Produktion von kultiviertem Fleisch vor

Die industrielle Skalierung von kultiviertem Fleisch steht vor einer zentralen Herausforderung: der wirtschaftlichen Produktion von schmackhafter und nährstoffreicher Zellmasse, insbesondere in Bezug auf Quantität und Qualität. CellTec Systems präsentiert nun Forschungsergebnisse, die neue Ansätze aufzeigen. Durch die Nutzung der natürlichen Plastizität von Primärzellen ist es möglich, sowohl das Nährwertprofil als auch die geschmacksgebenden Fettkomponenten effizient und ohne genetische Veränderung zu produzieren, so das Unternehmen.

Muskelähnlichkeit ohne Differenzierung

„Ein entscheidender Zeit- und Kostenfaktor in der Bioverfahrenstechnik ist die Differenzierung von Stammzellen zu spezialisiertem Muskelgewebe. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische und Marine Biotechnologie (IMMB) der Universität Lübeck hat CellTec Systems jedoch gezeigt, dass Primärzellen, die aus einer einfachen Hautpunktion gewonnen werden, bereits in ihrem undifferenzierten Zustand eine bemerkenswerte biochemische Ähnlichkeit mit Muskelgewebe aufweisen. Die chromatographische Analyse der Aminosäurezusammensetzung zeigt, dass das Profil dieser Zellen – im Gegensatz zu herkömmlichem Fett- oder Hautgewebe, in dem Glycin dominiert – einen hohen Gehalt an Glutaminsäure, Lysin und Leucin aufweist. Diese Aminosäuren sind typische Marker für proteinreiches, metabolisch aktives Gewebe. Folglich besitzen diese Zellen selbst in ihrem undifferenzierten Stadium auf molekularer Ebene ein Nährstoffprofil, das dem hochwertigen Muskelgewebe nahezu entspricht. Dadurch ist eine aufwendige Differenzierung zur Erzielung biologischer Wertigkeit nicht erforderlich“, erklärte das Unternehmen in seiner jüngsten Pressemitteilung.

Fluoreszenzbilder von rinderzellen unter normalen kulturbedingungen (links) und nach adipogener differenzierung (rechts). Intrazelluläre lipidtröpfchen wurden grün (bodipy) und zellkerne blau (dapi) angefärbt. © celltec systems
Fluoreszenzbilder von Rinderzellen unter normalen Kulturbedingungen (links) und nach adipogener Differenzierung (rechts). Intrazelluläre Lipidtröpfchen wurden grün (BODIPY) und Zellkerne blau (DAPI) angefärbt. © CellTec Systems

Gezielte Fettdifferenzierung für authentischen Geschmack

Darüber hinaus gibt das Unternehmen an, dass CellTec Systems parallel zur Proteinbasis nachgewiesen hat, dass dieselben langlebigen Zellstämme auch zu Fettvorläuferzellen differenziert werden können. Durch gezielte Nährstoffzufuhr reichern die Zellen Lipidtröpfchen in sichtbar signifikanten Mengen an.

Diese Ergebnisse sind für die Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung, da die Zellen auch ohne umfangreiche Differenzierung erheblich zum Geschmack beitragen. Dies ermöglicht ein authentisches Geschmackserlebnis und gewährleistet gleichzeitig, dass der Produktionsprozess völlig frei von Genom-Editierungstechniken bleibt. Dadurch werden sowohl regulatorische Hürden als auch die technologische Komplexität reduziert, was die Markteinführungszeit verkürzt. Darüber hinaus zeichnen sich die verwendeten Primärzellen durch eine hohe Teilungsrate und stabile Proliferation aus, was ihre Eignung für reproduzierbare und prospektiv skalierbare Prozesse weiter unterstreicht.

Wirtschaftliche Rentabilität von der Biopsie bis zum skalierbaren Prozess

„Unsere Ergebnisse beweisen, dass wir ohne Umwege Zellen mit den Eigenschaften von echtem Fleisch produzieren können“, beschreibt Dr. Teresa Buck, Leiterin Cell Innovations bei CellTec Systems, die Vorteile. „Durch den Verzicht auf genetische Eingriffe beseitigen wir nicht nur regulatorische Hürden, sondern reduzieren auch die technologische Komplexität. Die Kombination aus genetisch unveränderten Zellen mit hohem Proliferationspotenzial, einer natürlichen Ähnlichkeit mit Muskelgewebe und der Fähigkeit zur gezielten Fettspeicherung macht den Prozess wirtschaftlich skalierbar und stellt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu marktfähigem kultiviertem Fleisch dar.“

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