12. Dezember 2019

Indien steigert Investitionen und Forschungsbemühungen im Bereich Clean Meat

India Flag Flagge Fahne
© Yogesh - stock.adobe.com

Regierung unterstützt Forschungsvorhaben mit hohen Investitionen

Eine neue Forschungseinrichtung soll in Maharashtra entstehen und basiert auf einer Partnerschaft zwischen dem von der Regierung finanzierten Institute of Chemical Technology Mumbai und The Good Food Institute India. Das zweite Institut wird in Hyderabad ansässig sein und wird mit einer Förderung von über 640.000 US Dollar des der Regierung angehörigen Department of Biotechnology an das Centre for Cellular and Molecular Biology sowie an das National Research Centre on Meat subventioniert.

Dies stellt die bisher größte Investition in zellbasiertes Fleisch durch eine staatliche Regierung dar, um die Forschung zur globalen Ernährungssicherheit angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung zu unterstützen. Indien selbst hat derzeit eine Einwohnerzahl von rund 1,34 Milliarden Menschen, Tendenz steigend, und damit starke Anreize für eine Förderung der Forschung zu im Labor kultivierten Lebensmitteln, um allein seiner eigenen Bevölkerung ausreichende Mengen proteinbasierter Lebensmittel zur Verfügung stellen zu können.

Steigender Fleischkonsum und wachsende Bevölkerung

Obwohl ein großer Anteil der indischen Bevölkerung nach wie vor vegetarisch lebt, konsumieren aufgrund steigender Haushaltseinkommen immer mehr Menschen Fleisch. Da für die Produktion von Lamm- und Geflügelfleisch, für die die Nachfrage in Indien besonders hoch ist, mehr Land und Wasser als für den Anbau pflanzlicher Lebensmittel benötigt wird, steht das Land vor einer großen Herausforderung, wenn es eine nachhaltige und gesicherte Ernährung für seine Bewohner gewährleisten möchte.

Fachkenntnisse sollen Forschungsvorhaben und Umsetzung begünstigen

Darüber hinaus verfügt Indien über viele Ressourcen biopharmazeutischer Expertise und Kenntniss im Bereich Maschinenbau und Biotechnologie, die beide für die Entwicklung und Optimierung kultivierter Fleischprodukte von großer Bedeutung sind. Jedoch mangelte es bisher an Kapital, an Forschungsprojekten zu Konsumverhalten, an Unternehmertum und an einem gesetzlichen Rahmen in diesem Bereich.

Laut The Good Food Institute sollen öffentlich-private Partnerschaften dem entgegenwirken und die Forschung auf dem Gebiet vorantreiben. Damit könnten dem Institut zufolge bald zellbasierte Fleischprodukte zu erschwinglichen Preisen für indische Konsumenten und darüber hinaus zur Verfügung stehen.

Hürden bedrohen Wettbewerbsfähigkeit von US-Unternehmen

In anderen Ländern herrschen ähnlich erschwerte Ausgangsbedingungen, jedoch gibt es zunehmend Investitionen aus dem Privatsektor zur Förderung von Start-Ups im Bereich Clean Meat. Nach Hochrechnungen des Good Food Institute sollen Investoren innerhalb der vergangenen zehn Jahre insgesamt mehr als 16 Milliarden US Dollar für Unternehmen im Bereich pflanzenbasierter und im Labor kultivierter Fleisch(ersatz)produkte verwendet haben, davon alleine 13 Milliarden US Dollar zwischen 2017 und 2018.

Dennoch könnten die USA ohne eine stärkere staatliche Forschungsförderung bald im Wettbewerb auf diesem Gebiet zurückfallen. “Mit jedem Dollar, den wir derzeit in Landwirtschaftsforschung investieren, werden insgesamt 20 US Dollar Gewinn erzielt”, berichtet Jessica Almy von The Good Food Institute. “Meiner Meinung nach wäre es realistisch vorherzusagen, dass zellkultiviertes Fleisch sogar noch profitabler sein könnte.”

Weitere Hürden auf dem US-Markt stellen bisher fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen und Aufsichtsbestimmungen sowie gegenwärtig noch hohe Produktionskosten dar.

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