Mehr als nur vegane Sportlernahrung: verduro.de im Interview

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Julian Respondek verduro.de
Julian Respondek, Gründer von verduro.de; © verduro

Der Online-Shop verduro.de bietet seit 2015 vegane Bio-Sportnahrung und nachhaltiges Equipment für Sport, Fitness und Outdoor-Aktivitäten an und will damit nach eigener Aussage die Sportbranche grüner und nachhaltiger machen. Wir sprachen mit dem Berliner Diplom-Sportwissenschaftler Julian Respondek, Gründer und Inhaber von verduro.de, über die Entstehung des Shops, die Perspektiven veganer Sporternährung und seine Pläne für die Zukunft.

Wie bist du auf die Idee gekommen, verduro zu gründen?

Gute Frage… ich versuch’s kurz zu machen: Vor der Gründung von verduro war ich bereits seit ca. 5 Jahren Vegetarier und begann gerade, Milch und Co. vom Speiseplan zu streichen und mich mehr und mehr vegan zu ernähren. Zu der Zeit war ich als Athletik-Trainer und Leistungsdiagnostiker unterwegs und so natürlich dauernd mit dem Thema Sporternährung konfrontiert. Während der Suche nach pflanzlichen Sportnahrungsalternativen, besonders nach veganen Proteinpulvern, wurde ich zu meiner Überraschung tatsächlich fündig. Neben dem bekannten Soja gibt es nämlich diverse weitere Quellen, aus denen man hochwertige Pulver machen kann. Mit der Zeit fand ich das Ganze so interessant, dass ich mir dachte: „Das gute Zeug kannst du doch auch selbst verkaufen und allen SportlerInnen die pflanzliche Welt der Nahrungsergänzung nah bringen.“ Dass es nicht einfach „nur“ vegane Sportlernahrung werden sollte, war mir schnell klar. Es sollte ein Rundum-Öko-Sport-Shop werden, der die guten Alternativen bündelt und dem Kunden aus einer Hand anbieten kann (am kompletten Rundum und an der Auswahl arbeiten wir noch immer hart). 

Am Anfang war viel Learning by Doing dabei, besonders weil ich als One-Man-Show alles selbst gemacht habe. Und man kann definitiv sagen, dass die Gründung nicht auf eine knallharte Marktanalyse zurückzuführen war, bei der sich eine wachstumsstarke Nische herauskristallisiert hat. Es war eher eine Herzensangelegenheit und der pure Wille, auf diese Art ein wenig bei der Rettung der Welt mitzumachen.

Wie groß ist euer aktuelles Sortiment an veganer Sportnahrung und anderen Produkten?

Aktuell haben wir plus/minus 250 Artikel im Sortiment, darunter Energie-Riegel und Energy-Gels, Iso- und Proteinpulver, Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, Eiweißshaker aus Glas, Outdoor-Solarmudule für den Rucksack, Öko-Sonnenschutz und so einiges mehr. In der Auswahl ist sicher noch eine Menge Luft nach oben, was die Vielfalt betrifft. Aber wir versuchen, bei der Listung neuer Produkte immer darauf zu achten, dass sie all unseren Öko-Vegan-Sinnvoll-Kriterien entsprechen. Und da fällt so einiges, was man anfangs toll fand, letztendlich doch durchs Raster. Das Portfolio wächst also langsam, aber authentisch.

Wie würdest du eure Zielgruppe beschreiben?

Die Mehrheit der Kundschaft kann man als Sportler oder sport- und fitnessaffine Menschen bezeichnen. Knapp 2/3 sind männlich, kommen vordergründig aus den Ausdauer- und Outdoorsportarten und sind zwischen 20-55 Jahre alt. Viele von ihnen sind gesundheitsorientiert, achten also z.B. auf Weichmacher im Plastik oder Pestizide in der Sportnahrung und sind allgemein ganz gut in Ernährungsfragen aufgestellt.

Die ökologische Orientierung des Portfolios ist für die eine Hälfte der Leute der primäre Grund, warum sie in den Shop kommen und kaufen. Für die andere Hälfte ist der Öko-Charakter das gewisse und interessante Extra, welches sie schlussendlich zum Kauf bei uns überzeugt, nachdem sie zuvor z.B. über eine Produktsuche zu uns gefunden haben. Aber Zielgruppe hin oder her: Es versteht sich von selbst, dass natürlich auch alle anderen Menschen bei verduro.de willkommen sind und sich am pflanzlichen Buffet bedienen dürfen – verduro ist nämlich für alle da!

Über welche Kanäle erreicht ihr eure Zielgruppe derzeit?

Julian Respondek
Julian Respondek von verduro.de

Derzeit läuft die Ansprache hauptsächlich über die Social Media Kanäle Facebook und Instagram – bezahlt und unbezahlt. Ein wenig Google AdWords und Beiträge im verduro-Blog ergänzen die online-Ansprache. Offline läuft‘s über Flyer, wir gehen mit unserem Verkaufsstand auf Sportevents und unterstützen ein paar Athletinnen und Athleten mit unseren Produkten. 

Es gibt mittlerweile viele Online-Shops, die auch vegane Sportlernahrung vertreiben. Siehst du das als Chance oder als Konkurrenz?

Das sehe ich ganz klar als Chance – wenngleich wir hier ein bisschen differenzieren müssen. Die Shops, die sich wie verduro.de einzig auf vegane Sportnahrung konzentrieren, kann man, wörtlich genommen, an einer Hand abzählen. Unser eigener Mix aus vegan und BIO, in Verbindung mit einer Auswahl an nachhaltigem Eco-Sport-Equipment, ist meines Wissens sogar einzigartig.

Der größere Teil derer, die pflanzliche Sportnahrung anbieten, sind eigentlich auf anderen Feldern unterwegs, z.B. im Radsport- oder Outdoorbedarf etc. und bieten AUCH vegane Sportnahrung an. Hinzu kommen die Vegan-Shops, die AUCH Sportnahrung im Angebot haben und die Spezial-Nahrungsergänzungsshops, die AUCH vegan verkaufen. Und mit den Big Playern der Branche können wir kleinen Vegan-Shops ohnehin nicht konkurrieren und das ist auch nicht mein Anspruch. Ich versuche eher authentisch die gute Sache voran zu treiben und bin mir sicher, dass auch dafür eine ausreichend große Nische existiert. Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Die breite Aufstellung des veganen Angebots über verschiedene Shops und Geschäftsmodelle und damit über unterschiedliche Marktnischen erzeugt definitiv eine steigende Akzeptanz des Kunden für das Thema allgemein – und das ist (hoffentlich) letztendlich auch gut für uns kleine Läden.

Wie schätzt du den Markt für vegane Sportlernahrung aktuell und für die Zukunft ein?

Genau genommen ist das aktuell wirklich noch ein extrem kleines Biotop, in dem wir uns tummeln. Es fällt auf, dass die Mehrzahl der Produkte zwar hervorragend als Sportnahrung funktioniert, in der Kommunikation und im Design derzeit aber noch weitgehend als gesunde Zutat fürs Müsli oder als guter, nachhaltiger Snack verkauft wird. Das Zeug gibt’s immer noch häufiger im BIO-Supermarkt als beispielsweise im Fitnessstudio – obwohl es da genauso gut oder sogar besser hinpasst.

Ich denke, dass der Markt sehr bald deutlich wachsen wird. Denn der Vegan- und BIO-Trend im Allgemeinen hat ja mittlerweile sämtliche Ecken der Bevölkerung erreicht. Sogar die Discounter haben verschiedene Pflanzendrinkvarianten und Sojajoghurt im Angebot. Und zwar, weil der Kunde dies fordert. Wenn die Sport- und Fitnessszene ebenfalls anfängt, sich die gleichen Gedanken zu machen, wie ich damals, dann werden die sportiven Mädels und Jungs die veganen Alternativen ebenfalls einfordern und der Markt wird wachsen.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Geschäftlich will ich sehr gern weiter mit verduro wachsen und den Shop weiter zu einer ernstzunehmenden Plattform ausbauen. Aktuell entsteht gerade eine Eigenmarke, unter der wir uns mit Produktideen austoben können, die uns bis dato noch im Sportnahrungsmarkt fehlen. In den nächsten 2 Jahren soll verduro auf stabilen Füßen stehen und das ganze Team, nebst der lieben Erde, glücklich machen.

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