NUCAO: “Die Herausforderung wird es sein, die wirklich breite Masse zu erreichen.”

Christian Fenner – Co-Gründer von Nu+Cao
© the nu company GmbH
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Schokoriegel sind trotz ihres schlechten Images ein beliebter Snack in vielen Situationen. Doch der Snack für Zwischendurch muss weder ungesund noch eine Sünde sein, wie the nu company mit ihrer Marke nucao beweisen. Die Riegel enthalten hochwertige Inhaltsstoffe, wenig Zucker und sind sehr umweltbewusst, damit Genießer gesünder und ohne schlechtes Gewissen snacken können. Wir haben mit Co-Gründer Christian Fenner über das nucao-konzept gesprochen.

Was ist der Grund, warum es nucao gibt?
Aus purem Eigenbedarf! Wir, also die Gründer Mathias, Thomas und ich (Christian), brüteten in England über unserer Wirtschaftsingenieur-Masterabeit und merkten schnell, dass weder Zuckerbomben aus dem Automaten noch herkömmliche Müsliriegel aus Datteln und Haferflocken wirklich unseren erhöhten Nährstoffbedarf decken konnten. Auch geschmacklich waren die zähen Kollegen vielleicht etwas für die Bergwanderung, aber irgendwie nicht wirklich die geschmackliche Belohnung, die wir suchten. Ganz zu schweigen von den ca. 50 Prozent Fruchtzucker, die sich in fast allen Snackriegeln verstecken, unseren Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben und uns nach dem kurzen Zucker-Boost eher schlapp und träge machen. Also packten Mathias, neben dem Studium ausgebildeter Heilpraktiker, Thomas, Hobby-Ernährungsprofi, und ich als Quereinsteiger selbst Hand an und mischten in der eigenen Küche Zutaten zusammen, die wir bisher vermisst hatten: Hanfsamen, Rohkakao, Kokosblütennektar, Lucuma, Acerola und mehr. Die noch relativ unansehnlichen Prototypen kamen derart gut an, dass wir bald Lebensmittelchemiker Tom dazu holten und zusammen mit dem Institut für Biochemie der RWTH Aachen an der optimalen Rezeptur arbeiteten. Unzählige Prototypen und Testläufe auf Ernährungsmessen, eine Bali-Reise zu den Kakaobauern, die Crowdfundingkampagne sowie das Exist-Stipendium für innovative deutsche Startups ebneten den Weg zum Markteintritt.

Wie ist die aktuelle Situation bei Ihnen im Unternehmen?
Wir setzen dieses Jahr einen hohen 6-stelligen Betrag um. Dabei ist der größte Absatzkanal der deutsche Biohandel. Der Export, vor allem nach England, aber auch nach Holland, Frankreich und Skandinavien wächst dabei stetig. Außerdem planen wir im E-Commerce deutlich anzuziehen über den eigenen neuen Online Shop und Amazon.

Auf der Website steht „1 Riegel = 1 Baum“. Was genau bedeutet das?
Das bedeutet, dass wir für jeden verkauften Riegel einen Baum spenden. Noch konkreter heißt das, dass wir 9 Cent pro Riegel an unseren Kooperationspartner Eden Reforestation Projects spenden, die dafür wiederum beispielsweise eine Mangrove in Madagaskar pflanzen. So konnten wir schon über 200.000 Mangroven in Madagaskar beitragen. Mangroven sind dabei hervorzuheben. Sie sind sehr schnell und einfach zu pflanzen, da die Setzlinge einfach in den feuchten Boden gesteckt werden. Im Laufe ihres Wachstums binden Sie dann bis zu vier mal mehr CO2 als die meisten anderen tropischen Bäume weltweit.

Welche Vertriebskanäle nutzen Sie derzeit für die Vermarktung? 
Im deutschen Handel haben wir uns bislang hauptsächlich auf den Biohandel konzentriert. Da wir ein durchaus erklärungsbedürftiges Produkt anbieten, was ein gewisses Ernährungs- oder Umweltbewusstsein voraussetzt, ist dieser Kanal für uns Ideal um Lead User für uns zu gewinnen. Langsam öffnen wir uns aber auch für andere Distributionskanäle, in dem wir unsere USPs vereinfacht kommunzieren und uns vorallem auf die “neue Art der Schokolade” konzentrieren.

Wie schätzen Sie den Markt für vegane Schokoriegel ein?
Als Teil eines Marktes für gesunde Lebensmittel und bewusste Ernährung, ist auch diese Nische stark wachsend. Man muss allerdings bedenken, dass “Vegan” für uns keine USP und kein Hauptmerkmal ist. Für uns war es bei der Entwicklung einfach die logische Konsequenz aus unseren Anforderungen an ein gutes Produkt. Wieso sollte man Milchpulver verwenden? Natürlich haben wir viele Veganer, die unsere Schokolade deshalb mögen. Aber letztendlich ist nucao für alle, die einfach gesünder naschen oder snacken möchten. Dabei spielt der geringe Zuckeranteil und der hohe Nährstoffanteil aus Hanfsamen eine fast noch größere Rolle.

Schokoriegel gibt es viele am Markt. Wie schaffen Sie es sich gegen Konkurrenten zu behaupten? 
Das stimmt – wir haben uns in ein Haifischbecken begeben. Allerdings grenzen wir uns in vielerlei Hinsicht ab – in erster Linie allerdings durch unsere Nährwerte. nucao besteht nur zu 15 Prozent aus Zucker, der aus dem niedrig glykämischen Kokosblütennektar stammt. Herkömmliche Schokoriegel, egal ob vegan oder nicht, enthalten bis zu 50 Prozent raffinierten Zucker. Hinzu kommt, dass nucao zu 50 Prozent gar nicht aus Schokolade besteht. Hanfsamen, Mandeln und Acerola sorgen für einen echten Nährstoffkick, bestehend aus pflanzlichen Proteinen, Mineralien und Vitaminen. Auch die Rohkostqualität des Kakaos sticht natürlich hervor und sorgt für einen hohen Anteil an Antixodiantien. Der zweite große Aspekt richtet sich an unsere Mission in Sachen Nachhaltigkeit. nucao ist komplett plastikfrei verpackt und pro verkauften Riegel wird, wie oben erwähnt, ein Baum gepflanzt.

Vegetarier, Veganer & Flexitarier – Wie schätzen Sie die Zielgruppen und deren Entwicklung in den nächsten Jahren ein?
Ich denke alle drei Gruppen werden stark wachsen. Ich bin überzeugt, dass wir hier keinen kurzzeitigen Trend sondern eine längerfristige Entwicklung vor uns haben. Entscheidend ist hier die zunehmende Information, die über die Folgen von tierischem Konsum in den Medien kursiert. Sowohl ökologische, ethische als auch gesundheitliche Folgen tierischen Lebensmittelkonsums, die bisher erfolgreich verschleiert wurden, treten immer mehr ans Licht. Allerdings spreche ich hier auch aus einer gewissen Blase – allein in unserem Startup-Team sind über 50 Prozent vegan. Die Herausforderung wird es sein, die wirklich breite Masse zu erreichen. Unser Beitrag ist hierbei eine Produktpalette, die “unauffällig” aufzeigt, wie lecker vegane Ernährung sein kann und wie unnötig der Zusatz von tierischen Zutaten oft ist.

Gibt es aktuell neue Entwicklungen die Sie für 2019 geplant haben?

Wir möchten als nu company unsere Produktpalette weiter ausbauen. Im März wird unsere zweite Marke “nupro” in den deutschen dm-Märkten starten. nupro ist ein veganer Proteinshake, der außerdem mit reichlich Ballaststoffen versorgt und erstmals komplett plastik- und alufrei verpackt ist. Unsere Produktentwicklung hat noch einiges mehr in Petto, aber da darf ich noch nicht zu viel verraten.

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?
The nu company wird eine Produktpalette anbieten, die einer klaren Philosophie folgt: Gut für den Menschen. Gut für die Umwelt. Dank dem 1+1 Prinzip werden so Millionen von Bäumen gepflanzt. Außerdem möchten wir weitere bestehende Produkte neu durchdenken und den Menschen eine Alternative bieten – so wie beim altbekannten Schokoriegel.

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