Die Investition der EIB in Höhe von €35 Millionen wird durch das InvestEU-Programm der Europäischen Union garantiert.
Das Berliner Food-Tech-Unternehmen Formo entwickelt Fermentationsverfahren zur Produktion von Käsealternativen. Mit dem Venture-Debt-Kredit steigt Formo’s Gesamtfinanzierung auf über €135 Millionen.
Venture-Debt-Kredit der EIB für Weiterentwicklung und Skalierung
Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt dem deutschen Food-Tech-Unternehmen Formo ein Darlehen über 35 Millionen Euro zur Verfügung. Der eigenkapitalähnliche Venture-Debt-Kredit der EIB wird es dem Unternehmen ermöglichen, seine Fermentationsprozesse für die Produktion von alternativen Milch- und Ei-Produkten weiterzuentwickeln und zu skalieren.
Formo setzt für tierfreien Käse auf Mikrofermentation und Präzisionsfermentation
Das 2019 in Berlin gegründete Start-up setzt dabei auf zwei benachbarte Technologien: Zum einen Mikrofermentation, bei der natürlich vorkommende Mikroorganismen wie Formos Koji-Pilz genutzt werden, um ohne Modifikation des Mikroorganismus` geschmacksneutrale Proteine herzustellen. Koji-Proteine eignen sich hervorragend für die Produktion von tierfreiem Käse.
Mit seiner Pionierarbeit in der Präzisionsfermentation entwickelt Formo außerdem bioidentische Milchproteine, speziell Caseine mit hoher Schmelzfähigkeit. Dabei wird traditionelle Fermentation mit den neuesten synthetischen Biotechnologien kombiniert, um Caseine effizient, nachhaltig und in industriellem Maßstab herzustellen. Für die Vermarktung dieser Produkte der zweiten Generation (Präzisionsfermentation) befindet sich Formo im Zulassungsprozess in den USA und arbeitet darauf hin, auch im Heimatmarkt Europa zügig das entsprechende Novel Food-Verfahren durchlaufen zu können.

Mikrofermentation-Produktlinie seit September 2024 auf dem Markt
Im ersten Schritt hat Formo seine Mikrofermentation-Produktlinie in den Markt gebracht: Frischhain ist seit September 2024 in drei Geschmacksvarianten bei METRO und REWE in Deutschland und Österreich erhältlich. Im Skalierungsprozess befinden sich weitere alternative Käsesorten – von griechischem Feta bis hin zu Weiß- und Blauschimmelkäse – so wie auch ein Ei-Ersatz für Rührei und Backwaren.
Die Produkte richten sich zunächst an Konsumenten, die über die Auswirkungen konventioneller Lebensmittelherstellung auf die Umwelt, das Wohlergehen der Tiere und die Gesundheit nachdenken. Im nächsten Schritt sollen Formos Produkte erste Wahl für Alle sein – unabhängig von bestimmten Diäten und Ernährungsphilosophien.
Formo: „Starkes Signal für Europa“
„Die Entwicklung und Skalierung fermentationsbasierter Nahrungsmittel, die industriell hergestellt werden können, ist ein höchst innovatives Konzept, um die wachsende Nachfrage nach tierfreien proteinreichen Milch- und Ei-Ersatzprodukten zu bedienen“, sagt EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer. „Wir, als Europäische Investitionsbank, unterstützen gemeinsam mit Formo innovative Lösungen für nachhaltigen Konsum und stärken darüber hinaus ein europäisches Start-up in der Wachstums-Phase.“
„Das Vertrauen der EIB in unsere Innovationsstärke und Skalierungfähigkeit freut uns sehr“, sagt Formo-Gründer Raffael Wohlgensinger. „Wir wollen zeigen, dass europäische Innovationsunternehmen nicht nur schlaue Ideen hervorbringen, sondern neue Technologien skalieren und erfolgreich kommerzialisieren können. Zugleich wissen wir, dass Fermentationsverfahren einen entscheidenden Beitrag zur Resilienz des europäischen Lebensmittelsystems leisten werden. Der vereinbarte Finanzierungsrahmen ist ein starkes Signal für Europa und bestätigt uns in unserer Strategie.“
Das EIB-Darlehen wird durch das Programm InvestEU unterstützt, das bis 2027 zusätzliche Investitionen in neue Technologien von mehr als 372 Milliarden Euro auslösen soll. Die Transaktion steht im Einklang mit dem InvestEU-Ziel, Forschung, Entwicklung und Innovation zu fördern. Gefördert werden europäische Unternehmen und Scale-ups in den Bereichen Cleantech, Deep-Tech und Biowissenschaften.
Die Vereinbarung folgt auf Formos USD 61 Millionen Series-B Finanzierung im September 2024 und erhöht die Gesamtfinanzierung des Unternehmens auf über 135 Millionen Euro. Damit ist das Unternehmen finanziell gut aufgestellt, um seine ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen.