Fermentation

MicroHarvest wählt Deutschland für erste Großproduktionsanlage

Das deutsche Biotech-Unternehmen MicroHarvest, ein Hersteller von Proteinzutaten aus Biomassefermentation, hat den Industriepark Leuna in Sachsen-Anhalt als Standort für seine künftige Produktionsanlage ausgewählt. Das Unternehmen nutzt regionale Nebenprodukte aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie für seinen Produktionsprozess.

Bundesförderung in Höhe von 5,46 Mio. Euro für industrielle Energieeffizienz

Die geplante Anlage ist für eine Jahreskapazität von 15.000 Tonnen ausgelegt, mit einer geplanten Investition im mittleren zweistelligen Millionenbereich in der Region und der Schaffung von rund 25 Arbeitsplätzen bei MicroHarvest. MicroHarvest hat sich eine EEW-Förderung in Höhe von bis zu 5,46 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm für Energie- und Ressourceneffizienz in der Industrie gesichert. Die Förderung wird dazu beitragen, den Ausbau der energie- und ressourceneffizienten industriellen Bio-Produktion zu beschleunigen.

Die Bekanntgabe erfolgte am 12. Februar 2026 vor Ort zusammen mit lokalen Standortpartnern und politischen Vertretern, darunter Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Mitglied des Deutschen Bundestages), und Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.

Die Entscheidung für Leuna ist ein wichtiger Meilenstein für MicroHarvest auf dem Weg zur industriellen Produktion und bringt in Zeiten des Klimawandels und geopolitischer Unsicherheit Innovation, Arbeitsplätze und eine sichere Proteinversorgung nach Deutschland und Europa, so das Unternehmen. Der vorläufige Zeitplan des Unternehmens sieht den Produktionsstart in etwa zwei Jahren vor. Als Reaktion auf die steigende weltweite Protein-Nachfrage und die Instabilität der Lieferketten will MicroHarvest die Widerstandsfähigkeit des europäischen Proteinmarktes durch den Ausbau seiner Fermentationstechnologie stärken.

© microharvest
© MicroHarvest

„Die Wahl von Leuna ist ein entscheidender Schritt, da wir nun vom Aufbau der Technologie zum Aufbau industrieller Kapazitäten übergehen“, sagt Katelijne Bekers, Mitgründerin und CEO von MicroHarvest. „Bei diesem Projekt geht es darum, die Versorgungssicherheit in Europa zu stärken, indem wir einen neuen, skalierbaren Weg zur Gewinnung von Proteinen schaffen, der unabhängig von Jahreszeiten und Klimaschwankungen ist. Leuna bietet uns die industrielle Infrastruktur und das regionale Ökosystem, um dies umzusetzen.“

Warum Leuna: Infrastruktur, Nähe und industrielle Dynamik

MicroHarvest entschied sich für Leuna, nachdem rund 40 potenzielle Standorte in ganz Europa geprüft worden waren. Das Unternehmen hebt hervor, dass der Standort eine gute regionale Rohstoffversorgung, eine hochwertige industrielle Infrastruktur und Versorgungsleistungen im Industriepark Leuna sowie einen gut etablierten Industriecluster mit einem wachsenden Biotechnologie-Ökosystem bietet. Das Projekt soll auch die zukunftsorientierte Transformation der Industrieregion Leuna unterstützen und neben der etablierten Industrie biotechnologiegestützte, ressourceneffiziente Produktionswege fördern.

„Unser Ziel war es, einen Standort zu finden, an dem wir uns auf unser Kerngeschäft, die Biotechnologie, konzentrieren können, anstatt die industriellen Grundlagen von Grund auf neu aufzubauen“, sagt Jonathan Roberz, Mitbegründer und COO von MicroHarvest. „Leuna stach dabei deutlich hervor. Die Qualität der Infrastruktur, die Versorgungsunternehmen und das umliegende Netzwerk der Agrarverarbeitung schaffen die Voraussetzungen für eine schnelle Umsetzung – genau das, was man braucht, wenn man ein fermentationsbasiertes Produktionssystem skaliert.“

Rohstoffe und Lieferkette

In Leuna plant MicroHarvest, Nebenprodukte der Agrar- und Lebensmittelindustrie als Rohstoffe zu verwenden, vor allem Melasse. Das Unternehmen hat sich die regionale Verfügbarkeit gesichert, um eine kurze, lokale Lieferkette zu unterstützen und die Versorgungssicherheit unter unsicheren geopolitischen Bedingungen zu stärken.

Partner und regionale Zusammenarbeit

MicroHarvest wird mit dem Industriepark Leuna als Betreiber des Industrieparks und Versorger sowie mit regionalen Akteuren der Agrarverarbeitung als Rohstofflieferanten zusammenarbeiten. Das Projekt wird voraussichtlich auch von lokalen und bundesstaatlichen öffentlichen Akteuren durch Genehmigungsverfahren und Investitionsanreize unterstützt werden.

Nachfragesicherheit

MicroHarvest berichtet von einer starken Nachfragesicherheit für seine geplante Kapazität und führt derzeit aktive Gespräche mit einer Reihe multinationaler Kunden und mittelständischer White-Label-Hersteller. Die angestrebte Jahreskapazität von 15 Kilotonnen entspricht der Nachfrage, die das Unternehmen bereits sieht und auf die es hinarbeitet.

Die Standortentscheidung baut auf den jüngsten kommerziellen Fortschritten von MicroHarvest auf, darunter Produkteinführungen mit Partnern wie VEGDOG und THE PACK.

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