Politik

ProVeg unterstützt Transformationsstrategie des Bundesernährungsministeriums

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© Proveg International

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat am Mittwoch eine nationale Strategie gestartet, um unser Ernährungssystem zu transformieren. Die Strategie soll bis 2023 erarbeitet werden und eine gesunde pflanzenbasierte Ernährung fördern, die unsere Ressourcen schont. An der Ausarbeitung sind Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beteiligt – darunter die Ernährungsorganisation ProVeg, die den neuen Ansatz des Bundesministeriums nachdrücklich unterstützt.

„Die Strategie ist eine einmalige Gelegenheit, längst überfällige Anpassungen vorzunehmen und Innovationen zu fördern, die Deutschlands Ernährungssystem zukunftssicher machen“, erklärt Jens Tuider, Internationaler Leiter bei ProVeg.

Gemäß Koalitionsvertrag soll die neue Strategie besonders für Kinder ein gesundes Umfeld schaffen. Bundesernährungsminister Cem Özdemir hat dafür vier zentrale Ziele definiert: Unsere Ernährung soll stärker auf Pflanzen basieren und weniger Zucker, Fett und Salz enthalten, die Lebensmittelverschwendung soll zurückgehen und die Gemeinschaftsverpflegung soll ökologisch und regional ausgerichtet werden.

„ProVeg teilt die Ansicht des Ministers, dass Veränderungen vorrangig bei jungen Menschen ansetzen müssen – sie sind dafür offener und werden auch länger von den Vorteilen profitieren“, so Tuider.

cem özdemir
Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, arbeitet an der neuen Ernährungsstrategie / Foto: BMEL

Attraktive Alternativen für die breite Bevölkerung

Zum Auftakt beteiligten sich 160 Vertreter von Interessengruppen und diskutierten in Kleingruppen Kernfragen. ProVeg brachte sich insbesondere zu den Themen Innovationen im Nahrungsmittelbereich und Gesundheitsprävention ein. Aus gutem Grund: „Attraktive Alternativen zu unseren stark tierlastigen Ernährungsgewohnheiten werden für eine erfolgreiche Transformation des Ernährungssystems eine Schlüsselrolle spielen“, so die Einschätzung Tuiders.

Die Förderung pflanzlicher – und künftig auch zellkultivierter – Alternativen zu tierischen Produkten kann enorme Potenziale für die Prävention von Wohlstandskrankheiten erschließen. Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen belasten die Betroffenen und ihr persönliches Umfeld ebenso wie unser Gesundheitssystem. Zusammen mit wichtigen Akteuren des Nahrungsmittelsektors will sich ProVeg daher für die Attraktivität pflanzlicher Alternativen und für ihre Weiterentwicklung stark machen. Dabei sind die psychologischen und sozialen Bedingungen der Verbraucher ebenso wie der wirtschaftliche und politische Rahmen zu bedenken. „Unser Ziel ist es, einen größtmöglichen Anteil der Bevölkerung für die Ernährungswende zu begeistern“, betont Tuider.

Medienberichten zufolge kritisieren Wirtschaftsvertreter, dass dem Ministerium bestehende Vereinbarungen offenbar nicht weit genug gehen. Die Lebensmittelzeitung spricht von einer öffentlich inszenierten Beteiligungskultur. Es gibt noch viel Nachholbedarf, hält ProVeg entgegen. Die Ernährungsorganisation freut sich daher, im Beteiligungsprozess ihre Kernziele zusammen mit wichtigen Akteuren des Nahrungsmittelsektors zu verankern und zu befördern.

Mehr dazu auf www.proveg.com/de.

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