Deutschland liegt international auf Platz 1 der veganen Produkteinführungen 2017/2018

Katya Witham Portrait
© Mintel Group Ltd
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Die vegane Bewegung in Deutschland verändert die Lebensmittelwelt. Dieses beweist auch eine jüngst veröffentlichte Untersuchung von Mintel. Das internationale Marktforschungsinstitut hat untersucht, welche Länder vom Juli 2017 bis Juni 2018 den höchsten Anteil an globalen veganen Lebensmittel- und Getränkeeinführungen aufweisen konnte. Deutschland führt dabei das Feld an.

Während im Jahre 2013 nur rund 4 Prozent der neuen Lebensmittel und Getränke als vegan ausgewiesen waren, hat sich diese Zahl in den letzten 5 Jahren mehr als verdreifacht. Im deutschen Markt überholt der Anteil der veganen Produkteinführungen (14%) ihre vegetarischen Pendants (8%), welche beinahe nur halb so viele Neueinführungen verzeichneten. Im internationalen Vergleich hat Deutschland sogar einen Anteil von 15 Prozent an den globalen Lebensmittel- und Getränkeeinführungen und setzt sich damit an die Spitze.

Doch nicht nur in Deutschland, sondern auch global stiegen die veganen Produkteinführungen generell an. Zwar gab es von Juli 2017 bis Juni 2018 global gesehen mehr vegetarische (11%) statt vegane (5%) Produkt-Neueinführungen, wobei sich die Zahl der veganen Einführungen damit über die letzten 5 Jahre verdoppelt hat (+175%). Im internationalen Ranking landete Großbritannien mit 14 Prozent auf Platz zwei der veganen Produkteinführungen, gefolgt von den Vereinigten Staaten (12%), Frankreich & Spanien (je 4 %) und Australien, Italien, Kanada, Österreich und Brasilien mit je 3% veganem Anteil.

Die Global Food & Drink Analystin Katya Witham von Mintel kommentierte diese Entwicklung wie folgt: “In den letzten Jahren haben Verbraucher zunehmend Interesse an pflanzlichen Lebensmitteln gezeigt. Forschungserkenntnisse von Mintel zeigen, dass strengere pflanzliche Diäten wie Veganismus zwar nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ansprechen, aber ein viel höherer Prozentsatz von Verbrauchern folgt einer ‘flexitarischen’ Ernährungsweise – sprich, sie geben das Fleisch nicht ganz auf, aber nehmen zunehmend pflanzliche Produkte in Ihren Ernährungsplan auf. Dies eröffnet Möglichkeiten für Hersteller, mehr in innovative pflanzliche Lebensmittel und Getränke zu investieren. Darüber hinaus spiegelt das rasante Wachstum veganer Produkte in Deutschland auch den Anstieg des ethischen Konsums vor allem bei jüngeren Konsumenten wider.Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe sind inzwischen nicht mehr nur bei Veganern und Vegetariern beliebt, sondern sind Teil einer allgemein anerkannten, gesunden und abwechslungsreichen Ernährung. Lebensmittel- und Getränkehersteller können den nächsten Schritt tun und die vegane Positionierung ihrer Produkte mit gesundheits- und umweltfreundlichen Beschreibungen erweitern. Dies wird Verbraucher ansprechen, die gerne mehr Transparenz sehen würden, aber auch eine breitere Zielgruppe.”

Diese Entwicklung zeichnet sich auch im Kaufverhalten der Verbraucher ab. So gaben 20 Prozent der Befragten 16- bis 24-jährigen Deutschen an, in den drei Monaten vor der Teilnahme an der Mintel-Umfrage Fleischalternativen gekauft zu haben. Die Hälfte der befragten Verbraucher ist nämlich davon überzeugt, dass pflanzliche Proteine genauso nahrhaft sind, wie tierische Proteine. Zudem präferieren 17 Prozent der Teilnehmer den Geschmack von pflanzlichem Protein vor tierischem Protein, was sich auch in den Verkaufszahlen niederschlägt. Zu diesem Anstieg tragen unter anderem auch die Eröffnungen von veganen Abteilungen in den Supermärkten, veganen Metzgereien und neue Services für eine bessere Verfügbarkeit der Produkte bei.

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