Studien & Zahlen

Oatly Studie zeigt: Sechs von zehn Deutschen sehen positiven Effekt bei CO2e-Fußabdruck auf Lebensmitteln

Eine aktuelle Befragung der deutschen Bevölkerung bestätigt, dass der CO2e-Fußabdruck von Lebensmitteln  immer relevanter. Es scheint immer noch weitgehend unbekannt zu sein, dass einige Lebensmittel das Klima stark belasten. Womöglich haben deshalb im Herbst 2019 über 57.000 Bürger*innen die vom Haferdrinkhersteller Oatly initiierte Petition zur verpflichtenden CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln unterschrieben. Der Petitionsausschuss des Bundestags wird diese Forderung nun am 14. September 2020 öffentlich debattieren.

 Umfrage-Ergebnis: Neun von zehn fühlen sich nicht informiert

In einer im Juni durchgeführten repräsentativen Studie gaben 86 Prozent der Deutschen an, dass es ihnen wichtig bzw. sehr wichtig ist, dass die Politik effektiv auf das globale Ziel hinarbeitet, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu senken – unter den Schüler*innen sind es sogar 94 Prozent. Dabei scheint Corona das Bewusstsein noch geschärft zu haben. Neun von zehn Befragten sagen, dass ihnen Klimaschutz seit der Corona-Krise genauso wichtig oder sogar noch wichtiger ist als zuvor.

Die Lebensmittelindustrie verursacht mindestens 24 Prozent aller weltweiten Treibhausgasemissionen. Im Konsum von Lebensmitteln steckt folglich eine der einfachsten und – global gesehen – wirkungsvollsten Möglichkeiten zur persönlichen Einsparung von Treibhausgasemissionen. Tatsächlich fühlen sich aber 91 Prozent nicht ausreichend informiert über den Klima-Fußabdruck ihrer Lebensmittel.

Dies wurde bestätigt, als die Befragten gebeten wurden, die Lebensmittel Käse, Schweinefleisch, Kuhmilch, Bananen, Haferdrink und Kartoffeln nach der Höhe ihrer Treibhausgasemissionen korrekt zu ordnen. Deutlich unter einem Prozent lagen richtig, lediglich vier Prozent wussten, dass Käse das emissionsreichste Lebensmittel der Liste ist. Immerhin halten 63 Prozent das Reduzieren des Fleischkonsums für eine effektive Maßnahme zur Verbesserung des eigenen CO2e-Fußabdrucks, die Reduktion von Milchprodukten wird jedoch nur von 13 Prozent genannt, obwohl hinter beidem der CO2e-Treiber Massentierhaltung steckt. Dass diese in der Regel einen deutlich größeren Einfluss auf das Klima als Transport oder Verpackung hat, scheint vielen nicht klar zu sein.

Eine einfache und standardisierte CO2e-Kennzeichnung birgt enormes Potential, klimafreundliches Verhalten zu fördern – 60 Prozent der Deutschen glauben daran.

oatly logo
© OatlyAB

Deutschland hat Potential zum Vorreiter bei Klima-Kennzeichnung

Oatly sowie einige weitere Unternehmen geben den eigenen CO2e-Fußabdruck bereits transparent und freiwillig auf jedem Produkt an. „Wir glauben nicht, dass ein Großteil der Lebensmittelindustrie freiwillig den CO2e-Fußabdruck seiner Produkte preisgeben wird – deshalb muss die Politik jetzt handeln. Es braucht eine gesetzliche Regelung sowie einen geeigneten Standard, damit der Klima-Fußabdruck vergleichbar, umsetzbar und verpflichtend für alle ist”, sagt Tobias Goj, General Manager Oatly DACH. „Deutschland könnte mit einer standardisierten Klima-Kennzeichnung von Lebensmitteln zum Vorreiter werden und weltweit ein wichtiges Zeichen für nachhaltigen Wandel setzen.” Oatly wird die Petitionsforderung am 14. September 2020 vor dem Petitionsausschuss des Bundestages vertreten.

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