Fermentation

FrieslandCampina beendet Investitionen in Präzisionsfermentation und konzentriert sich wieder auf Milchprodukte

FrieslandCampina, die niederländische Molkereigenossenschaft, hat beschlossen, ihre Investitionen in die Präzisionsfermentation einzustellen, eine Technologie, mit der bestimmte Proteine und Nährstoffe ohne den Einsatz von Milchkühen hergestellt werden. Das Unternehmen hatte die Präzisionsfermentation ursprünglich eingeführt, um der steigenden Nachfrage nach pflanzlichen Proteinalternativen gerecht zu werden und sein Produktangebot zu erweitern.

Veränderte Marktbedingungen und zunehmender Wettbewerb haben das Unternehmen jedoch dazu veranlasst, seine Strategie zu überdenken. FrieslandCampina hat nun beschlossen, seine Ressourcen wieder auf sein Kerngeschäft Milchprodukte zu konzentrieren und der Produktion von Milchproteinen und anderen Nährstoffen wie Galacto-Oligosacchariden Vorrang einzuräumen.

In einer Erklärung gegenüber vegconomist heißt es vom Unternehmen: „FrieslandCampina hat die Präzisionsfermentation ursprünglich als innovative Technologie zur Herstellung spezifischer Proteine und Nährstoffe ohne den Einsatz von Milchkühen eingeführt. Dies entsprach der wachsenden Nachfrage nach Alternativen zu tierischen Proteinen und trug zu einer Erweiterung des Produktportfolios bei. Obwohl die Präzisionsfermentation zunächst vielversprechend war, haben uns die sich ändernden Marktbedingungen zu der Entscheidung veranlasst, weitere Investitionen in diesem Bereich einzustellen. Der Wettbewerb hat sich unter anderem durch den Eintritt neuer Akteure und die Marktkonsolidierung verschärft. Daher ist eine weitere Investition in die Präzisionsfermentation für FrieslandCampina wirtschaftlich nicht mehr tragbar.“

© frieslandcampina milchalternativen
© FrieslandCampina

Jan Derck van Karnebeek, CEO von FrieslandCampina, wies bei der Vorstellung der Jahreszahlen darauf hin, dass sich das Unternehmen auf die Stärkung seines Kerngeschäfts Milchprodukte konzentrieren werde. „Wir stellen auch die Präzisionsfermentation ein, weil wir durch die weitere Verbesserung der CO2-Bilanz von Milchprodukten viel mehr für die Nachhaltigkeit erreichen können. Gemeinsam mit den Milchbauern machen wir in diesem Bereich erhebliche Fortschritte“, erklärte er.

Hybridprodukte in Sicht

Das Unternehmen wird weiterhin Hybridprodukte aus Milch und pflanzlichen Zutaten entwickeln. FrieslandCampina hat bereits Hybridprodukte wie Butterblends und „Milchbrei“ in Nigeria eingeführt, die Milchprodukte mit pflanzlichen Komponenten kombinieren, um den Verbrauchern nachhaltigere Optionen zu bieten. Diese Hybridprodukte werden nur entwickelt, wenn sie bestimmte Kriterien in Bezug auf Geschmack, Nährwert, Nachhaltigkeit und Convenience erfüllen.

Unternehmenssprecher Jan-Willem ter Avest erklärte gegenüber Nieuweoogst: „Milchprodukte bleiben die Grundlage. Es handelt sich um ein natürliches, nahrhaftes Produkt mit einer reichhaltigen Zusammensetzung und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Gleichzeitig verändert sich die Lebensmittellandschaft: Verbraucher suchen nach Produkten, die gesund, nachhaltig und innovativ sind. Hybridprodukte können dabei eine interessante Rolle spielen. Für uns ist Hybridität kein Selbstzweck, sondern eine mögliche Ergänzung des Lebensmittelangebots, sofern sie auf der Grundlage unserer Molkereikompetenz entwickelt wird und die Qualität gewährleistet bleibt.”

Weitere Informationen: frieslandcampina.com

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