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Bruce Friedrichs neues Buch „MEAT“ untersucht die industrielle Zukunft tierischer Proteine

Bruce Friedrich, Gründer und Präsident des Good Food Institute (GFI), hat heute offiziell sein Buch „MEAT: How the Next Agricultural Revolution Will Transform Humanity’s Favorite Food—and Our Future“ veröffentlicht. Das Buch analysiert, wie technologische Innovationen die Fleischproduktion von der traditionellen Tierhaltung abkoppeln könnten und untersucht die Auswirkungen auf Ernährungssysteme, Klima, Wirtschaft und globale Sicherheit.

„Ich bin nicht hier, um irgendjemandem zu sagen, was er essen soll“

Im Gegensatz zu advokativ geprägten Büchern über Ernährung propagiert „MEAT“ keine bestimmte Ernährungsumstellung. „Ich bin nicht hier, um irgendjemandem zu sagen, was er essen soll. In diesem Buch finden Sie keine vegetarischen oder veganen Rezepte, und Sie werden keinen einzigen Satz finden, der Sie davon überzeugen soll, sich anders zu ernähren“, schreibt Friedrich im ersten Kapitel.

Stattdessen untersucht das Buch den steigenden Trend des weltweiten Fleischkonsums, der mittlerweile 550 Millionen Tonnen pro Jahr übersteigt, und hinterfragt, ob diese Nachfrage ohne die weitere Nutzung lebender Tiere gedeckt werden kann. Friedrich argumentiert, dass neue Methoden der Fleischproduktion, insbesondere pflanzliche und kultivierte Alternativen, das sensorische und ernährungsphysiologische Profil von konventionellem Fleisch erreichen könnten, ohne dessen externe Kosten zu verursachen.

Drei kühe im stall
© Michael Eichhammer – stock.adobe.com

Diese externen Effekte, die von Treibhausgasemissionen und Bodendegradation bis hin zu Antibiotikaresistenzen und dem Risiko von Zoonosen reichen, werden in den ersten Kapiteln des Buches behandelt. In den späteren Abschnitten wird analysiert, warum frühere Bemühungen zur Reduzierung des Fleischkonsums gescheitert sind und wie neue Technologien eine skalierbarere Lösung bieten könnten.

Anfängliche Skepsis und langfristige Akzeptanz

Das Buch zieht historische Vergleiche zwischen alternativen Proteinen und früheren Technologien, die aufgrund ihrer Kosten oder Funktionalität zunächst auf Skepsis stießen, wie beispielsweise „künstliches Eis” und künstliche Intelligenz, sich aber schließlich durchgesetzt haben. Friedrich geht davon aus, dass kultiviertes und pflanzliches Fleisch einem ähnlichen Muster folgen könnte, wobei verbesserte Versionen durch eine S-Kurve der Marktintegration beschleunigt werden.

Die Ernährungssicherheit wird als geopolitisches Problem dargestellt. Der Text verbindet die Anfälligkeit des Ernährungssystems mit Risiken wie Agroterrorismus und ressourcenbedingten Konflikten und argumentiert, dass eine Dezentralisierung der Proteinproduktion die Widerstandsfähigkeit verbessern könnte. Friedrich verweist auf staatlich geförderte Forschungsbemühungen in Ländern wie Singapur, Israel, den Vereinigten Staaten, China und den Mitgliedstaaten der EU, wo die Wissenschaft im Bereich alternativer Proteine mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird.

Fleischkonsum tierfleisch
© pathdoc – stock.adobe.com

Fleischunternehmen investieren in Alternativen

MEAT enthält auch eine Analyse der Beteiligung der etablierten Industrie. Unternehmen wie Tyson Foods, JBS und Cargill werden für ihre Investitionen in alternative Fleischportfolios erwähnt, eine Entwicklung, die Friedrich als industrielle Anpassung an den technologischen Wandel bezeichnet.

Das Vorwort stammt von Caitlin Welsh, Direktorin für globale Lebensmittel- und Wassersicherheit am Center for Strategic and International Studies (CSIS). Das Buch wurde von einer Reihe von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens empfohlen, darunter der Harvard-Genetiker George Church, der Nobelpreisträger Michael Kremer und Jane Goodall. Publishers Weekly listete MEAT unter den zehn besten neuen Wissenschaftsveröffentlichungen für das Frühjahr 2026.

Das Buch ist ab sofort unter meatbook.org erhältlich, wobei alle Einnahmen an das Good Food Institute gehen.

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