FoodNavigator hat seine Liste der 30 innovativsten Food-Tech-Unternehmen veröffentlicht, die aus 78 Bewerbern für die 2025 Global Food Tech Awards ausgewählt wurden. Die Auswahl spiegelt einen starken Fokus auf technologische Antworten auf Herausforderungen wie Instabilität der Lieferkette, Ernährungsdefizite, Ressourcenknappheit und Umweltzerstörung wider. Fermentation und künstliche Intelligenz dominierten das Feld, neben einer wachsenden Betonung der bioaktiven Funktionalität von Inhaltsstoffen.
Die Auszeichnungen prüften Unternehmen aus drei Regionen – EMEA, Amerika und APAC – mit unterschiedlichen regionalen Prioritäten. Die Teilnehmer aus EMEA konzentrierten sich weitgehend auf Clean-Label- und nachhaltige Innovationen, die für Märkte mit erhöhten regulatorischen und Transparenzanforderungen geeignet sind. Im Gegensatz dazu zeigten nord- und südamerikanische Unternehmen eine hohe Skalierbarkeit und Marktreife, oft durch Foodservice-Kanäle oder globale CPG-Partnerschaften. APAC zeichnete sich durch die agile Entwicklung kulturell angepasster, kostengünstiger Lebensmittellösungen aus, insbesondere unter Verwendung von Fermentation und KI.
Die Beiträge wurden von einer Jury aus Branchenexperten aus verschiedenen Regionen bewertet. Zu den Jurymitgliedern gehörten Bill Aimutis, Co-Direktor am Bezos Center for Sustainable Protein (Amerika), Rodrigo Ledesma-Amaro, Direktor am Microbial Food Hub des Imperial College London (EMEA), und Mirte Gosker, CEO von The Good Food Institute APAC.

Top-Technologien in den Bereichen Fermentation, KI und funktionelle Ernährung
Mehrere Preisträger setzen neuartige Fermentationstechniken ein, um tierfreie Proteine herzustellen oder die Produktionseffizienz zu verbessern. Hydrosome Labs (USA), das den ersten Platz belegte, nutzt ultrafeine Blasenwasser, um das Zellwachstum in der Präzisionsfermentation zu beschleunigen, und gibt an, den Energieverbrauch zu senken und die Fermentationszeit um 25 % zu verkürzen. In ähnlicher Weise nutzt Nosh.bio (Deutschland) die Biomassefermentation, um Proteine aus Pilzen herzustellen, und rüstet Brauereien für die Serienproduktion um.
Der Hersteller alternativer Meeresfrüchte Aqua Cultured Foods (USA) nutzt ebenfalls Fermentation, um Thunfisch und Jakobsmuscheln ohne Meeresprodukte herzustellen. Nach Angaben des Unternehmens verbraucht sein Verfahren 99,7 % weniger Wasser und Land als die traditionelle Meeresfrüchteproduktion.
Künstliche Intelligenz spielte bei den Finalisten eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Entdeckung von Inhaltsstoffen und der Systemoptimierung. Das argentinische Unternehmen Future Biome kombiniert KI und Pilze, um präzise Präbiotika zu entwickeln, die in geringeren Dosen wirksam sind als herkömmliche Ballaststoffe. 2nd Nature (USA) nutzt KI, um wertvolle Verbindungen in Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie zu identifizieren und diese in funktionelle Inhaltsstoffe umzuwandeln.
Die Funktionalität von Lebensmittelzutaten war ein weiteres wiederkehrendes Thema. Kresko RNAtech (Argentinien) entwickelt stabilisierte Nahrungs-RNAs für den Einsatz in funktionellen Lebensmitteln und Wellnessprodukten, die bei der traditionellen Lebensmittelverarbeitung oft abgebaut werden.

Alternative Kakao- und Clean-Label-Innovationen
Mehrere Finalisten befassten sich mit den Herausforderungen bei der Kakaoversorgung, indem sie Alternativen entwickelten. Die Motai Group (Niederlande) verwertet Cupuaçu-Samen durch Fermentation zu schokoladenähnlichen Inhaltsstoffen, während Prefer (Singapur) Kakao- und Kaffeearomen aus Nicht-Ackerbauprodukten wie Reis und Kichererbsen nachbildet. Beide zielen darauf ab, die Abhängigkeit von klimasensitiven Rohstoffen zu verringern.
Im Bereich Clean Label konzentrieren sich Unternehmen wie Kyomei (Großbritannien) und Maolac (Israel) auf hochfunktionelle Proteine mit minimaler Verarbeitung. Rubisco von Kyomei, das aus Pflanzenblättern gewonnen wird, dient als Eiersatz und funktionelles Protein, während Maolac mithilfe von KI Proteine identifiziert, die mit denen der Muttermilch identisch sind.
Lebensmittelabfälle, Kreislaufwirtschaft und Verpackungen
Technologien zur Bekämpfung von Lebensmittelabfällen und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft waren weit verbreitet. SkoneLabs (Deutschland) und Soiltech Wireless (USA) bieten sensorbasierte Systeme zur Optimierung der Lagerung von Produkten und zur Reduzierung von Verderb. Clean Food Group (Großbritannien) nutzt überschüssige Lebensmittelabfälle, um Hefe für Palmölalternativen zu füttern.
Auch Verpackungsinnovationen standen im Vordergrund. NakedPak (Israel) hat eine essbare, wasserlösliche Folie für Fertiggerichte entwickelt, die Plastik überflüssig macht. Grinove Materials (Türkei) produziert aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Gerstenstroh kompostierbare Biomaterialien, die innerhalb von 30 Tagen abgebaut werden und so die Umweltbelastung durch Einwegverpackungen reduzieren.

Seetang, Proteine auf Wasserbasis und andere neue Plattformen
Es gab mehrere Beiträge zu Lösungen auf Seetangbasis. Marine Biologics (USA) und BioMara (Großbritannien) entwickeln beide hochwertige, funktionelle Inhaltsstoffe aus Seetang mithilfe proprietärer Verfahren. Nutrition from Water (Portugal) vermarktet Mikroalgenprotein unter der Marke Marine Whey, dessen Umweltbelastung Berichten zufolge um 91 % geringer ist als die von Milchproteinen.
Kokomodo (Israel) treibt die Züchtung von Kakaozellen voran, um die mit dem Kakaoanbau verbundenen Auswirkungen auf die Landnutzung und den Einsatz von Pestiziden zu beseitigen, während CropSto (Indien) mit luftdichten Verpackungen gegen Nachernteverluste vorgeht, um die Haltbarkeit von Getreide und Kaffee zu verlängern.
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