foodwatch fordert verpflichtende Lebensmittelampel.
Die neuen, strengeren Nutri-Score-Regeln führen offenbar dazu, dass zahlreiche Hersteller aus der freiwilligen Kennzeichnung aussteigen. Das ergab eine Auswertung von foodwatch.
Die Verbraucherorganisation ermittelte 33 Hersteller mit Sitz in Deutschland, die sich für den Nutri-Score registriert hatten, nun aber auf die Lebensmittelampel verzichten. Darunter sind bekannte Namen wie PepsiCo, Danone, Alpro, Costa, Coppenrath & Wiese, Harry Brot, YFood, Hengstenberg und Werder Ketchup.
Viele Produkte werden mittlerweile schlechter bewertet, weil seit Januar 2026 eine neue Berechnungsgrundlage für Nährwerte wie Zucker, Fett und Salz gilt. foodwatch forderte Bundesernährungsminister Alois Rainer auf, den Nutri-Score in Deutschland verbindlich einzuführen. Erst eine verpflichtende Ampel auf allen Produkten könne Verbraucher:innen im Supermarkt Orientierung geben.
„Sobald die Ampel von grün auf gelb oder rot springt, machen Danone, Pepsi, Harry Brot und Co. einen Rückzieher. Ein freiwilliger Nutri-Score macht es den Konzernen leicht, nur dann für Transparenz zu sorgen, wenn es ihnen in den Kram passt“, sagt Luise Molling von foodwatch. „Bundesernährungsminister Rainer muss das Rosinenpicken der Industrie beenden und dafür sorgen, dass der Nutri-Score verbindlich in Deutschland kommt.“

Für die Erhebung wertete foodwatch die Registrierungslisten der RAL Logo Lizenz aus, der offiziellen Regulierungsstelle für den Nutri-Score in Deutschland. Demnach widerriefen seit 2023 33 Hersteller ihre Registrierung für den Nutri-Score für alle oder einige ihrer Marken. 2022 war die strengere Berechnung des Nutri-Scores bekannt gegeben worden. So stieg PepsiCo etwa mit den Getränkemarken Pepsi, SchwipSchwap, Mirinda, Mountain Dew und Rockstar aus, die Chipssorten Lay’s und Doritos kennzeichnet das Unternehmen weiterhin mit dem Nutri-Score. Danone verzichtet bei Alpro, Actimel und den Fruchtzwergen auf den Nutri-Score, Activia und Dany tragen weiterhin die Ampel. Laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat waren im April 2025 rund 960 Unternehmen mit 1420 Marken für den Nutri-Score registriert.
Die neue Berechnungsweise wurde 2022 vom wissenschaftlichen Gremium des Nutri-Score entwickelt. Seit 1. Januar 2026 gilt sie für alle Hersteller, die die Ampel nutzen. Das Gremium setzt sich aus unabhängigen Wissenschaftlern aller Nutri-Score nutzenden Länder zusammen. Es prüft regelmäßig, ob der Nutri-Score seine Aufgabe erfüllt und berücksichtigt neue wissenschaftliche Erkenntnisse.





