Ein neuer Bericht von GFI Europe zeigt, dass die Investitionen in spanische Unternehmen für alternative Proteine im letzten Jahr 64,7 Millionen Euro erreichten, was einem Anstieg von 547 % gegenüber 2023 entspricht.
Darüber hinaus sind mittlerweile 41,8 % der spanischen Agrar- und Lebensmittel-Startups im Bereich der alternativen Proteine tätig. Zwischen 2020 und 2024 hatte das Land die fünftgrößte Anzahl an Forschern in diesem Bereich in Europa und die sechstgrößte Anzahl an Veröffentlichungen.
Im vergangenen Jahr belief sich der Umsatz mit pflanzlichen Produkten im Einzelhandel in Spanien auf 491 Millionen Euro, was einem Anstieg des Umsatzvolumens um 9,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Jeder fünfte Haushalt kaufte mindestens einmal pflanzliches Fleisch.
Der Bericht identifiziert Katalonien als Zentrum für Innovationen im Bereich alternativer Proteine, angeführt vom Centre d’Innovació en Proteïnes Alternatives (CiPA) des IRTA. Dies ist Spaniens erstes öffentliches Forschungszentrum, das sich mit alternativen Proteinen befasst und Forschungsprojekte mit Universitäten, Start-ups und Unternehmen koordiniert. Weitere Forschungscluster entstehen in Navarra, dem Baskenland, den Regionen Madrid und Valencia, Galicien und Andalusien.

Verschmelzung von kulinarischer Tradition und Innovation im Agrar- und Lebensmittelbereich
Anfang dieses Jahres erkannte die spanische Nationale Lebensmittelstrategie an, dass alternative Proteine eine Schlüsselrolle im Lebensmittelsystem spielen könnten. Der neue Bericht kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Regierung noch mehr tun muss, um die wirtschaftlichen Vorteile der Branche zu realisieren.
Um dies zu erreichen, schlägt GFI Europe die Einführung eines nationalen F&E-Fonds für alternative Proteine vor, ähnlich wie in anderen europäischen Ländern. Die Organisation betont auch die Notwendigkeit eines verbesserten Zugangs zu Skalierungsinfrastrukturen, um die Produktionskosten zu senken, sowie eines nationalen Engagements zur Förderung pflanzlicher Lebensmittel in Zusammenarbeit mit Produzenten, Unternehmen und Verbrauchern.
Untersuchungen aus dem letzten Jahr ergaben, dass der spanische Markt für pflanzliche Lebensmittel der viertgrößte in Europa ist und bis 2025 ein Wachstum von 10 % prognostiziert wird. Darüber hinaus hat die spanische Regierung Anfang dieses Jahres eine AgriFoodtech Sandbox eingeführt, die als erste ihrer Art in Europa gilt. Die Initiative soll den technologischen Fortschritt in der Agrar- und Lebensmittelindustrie beschleunigen.
„Spanien hat die Chance, zum Maßstab für alternative Proteine in Südeuropa zu werden“, kommentiert Carlos Campillos Martínez, Public Affairs Manager für GFI Europe in Spanien. „Unser Land verfügt über die wissenschaftlichen Talente und das wirtschaftliche Ökosystem, um kulinarische Tradition mit Innovationen in der Agrar- und Lebensmittelindustrie zu verbinden – aber es braucht die richtige Unterstützung, um sich als wirtschaftlicher, nachhaltiger und industrieller Innovationsmotor zu etablieren.“
Weitere Informationen: gfieurope.org






