Der Jahreswechsel bringt nicht nur gute Vorsätze, sondern auch messbare Veränderungen im Einkaufswagen: Eine Auswertung der Bestelldaten von Flink zeigt, dass Deutschland in den ersten drei Wochen des Jahres deutlich gesünder einkauft als in den letzten Wochen des Vorjahres. Obst, Gemüse und Bio-Produkte boomen.
Der große Vorsatz-Shift: Obst und Bio verdrängen Süßigkeiten
Der Vergleich zwischen den letzten beiden Wochen 2025 und den ersten drei Wochen 2026 zeigt eine klare Trendwende: Obst und Gemüse verzeichnen den stärksten Anstieg aller Kategorien und landen mittlerweile in mehr als der Hälfte aller Bestellungen. Bio-Produkte legen ebenfalls deutlich zu, vegane Produkte folgen auf Platz drei der Gewinner-Kategorien. Auf der anderen Seite: Tiefkühlpizza geht leicht zurück, süße Snacks stagnieren.
„Der Jahreswechsel ist für viele ein echter Neustart – und das sehen wir direkt im Einkaufsverhalten“, sagt Lucas Rietz, Managing Director bei Flink Deutschland. „Lebkuchen fliegen raus, Heidelbeeren kommen rein. Die Menschen nehmen sich tatsächlich vor, gesünder zu leben – und setzen das zumindest in den ersten Wochen auch konsequent um.“
Die Top-Verlierer sprechen eine deutliche Sprache: Schoko-Kugeln, Lebkuchen-Herzen und Marzipan-Brot – alles Weihnachtsklassiker, die im Januar praktisch verschwinden. Stattdessen dominieren Gurken, Cherrytomaten, Bananen und Heidelbeeren die Warenkörbe.

Universitätsstädte als Vorsatz-Champions: Münster, Hamburg und Heidelberg führen
Während bundesweit der Trend zu gesünderen Produkten erkennbar ist, zeigen sich regional deutliche Unterschiede und Universitätsstädte stechen besonders hervor. Münster führt beim Anteil veganer und vegetarischer Produkte, gefolgt von Hamburg und Freiburg. Bei Bio-Produkten liegt Hamburg vorne, dicht gefolgt von München und Heidelberg. Heidelberg wiederum kauft im Januar am meisten Obst und Gemüse: In fast allen Bestellungen landen frische Produkte.
„Universitätsstädte wie Münster, Heidelberg und Freiburg scheinen besonders vorsatzaffin zu sein“, so Lucas Rietz. „Ob das an den Studierenden liegt oder an einer insgesamt gesundheitsbewussteren Stadtkultur – auf jeden Fall sieht man hier die stärksten Verschiebungen hin zu frischen, pflanzlichen Produkten.“
Auch bei Fitness-Snacks und Proteinprodukten dominieren diese Städte: Münster, München und Stuttgart führen das Ranking an. Am anderen Ende der Skala: Frankfurt, Stuttgart und Berlin kaufen im Januar am wenigsten Süßigkeiten – auch bei Tiefkühlpizza zeigen süddeutsche Städte die größte Zurückhaltung.
Kombikäufe zeigen Konsequenz: Wer gesund kauft, bleibt dabei
Besonders auffällig: Wer sich für gesunde Produkte entscheidet, zieht das konsequent durch den gesamten Warenkorb. Vegane und Bio-Produkte werden am häufigsten zusammen mit Gurken, Cherrytomaten, Bananen, Bio-Avocados und Eiern gekauft. Auch bei Proteinriegeln und Fitness-Snacks dominieren frische Produkte: Cherrytomaten, Gurken, Bananen, Heidelbeeren und High Protein Pudding landen im selben Einkauf. Selbst alkoholfreies Bier wird vor allem zusammen mit frischem Gemüse und Obst bestellt – nicht mit Chips oder Snacks.
„Das zeigt: Wer sich einmal für gesund entscheidet, zieht das auch konsequent durch den Warenkorb“, erklärt Lucas Rietz. „Der Vorsatz wirkt sich auf den gesamten Einkauf aus – nicht nur auf einzelne Produkte.“

22 Uhr: Der Late-Night-Knick in der Vorsatz-Kurve
Während gesunde Warenkörbe den ganzen Tag über dominieren, gibt es eine markante Ausnahme: Um 22 Uhr abends erreichen ungesunde Bestellungen – mit vielen Snacks und wenig frischen Produkten – ihren höchsten Anteil des Tages. „Das ist der klassische Late-Night-Moment“, so Rietz. „Nach 22 Uhr gönnen sich viele doch noch die Pizza oder die Chips – trotz aller Vorsätze. Die Disziplin hält eben nicht bis Mitternacht.“
Ein Kunde aus Berlin bestellte im Januar insgesamt 185 Süßigkeiten in einer einzigen Bestellung – ein Rekord, der zeigt: Auch im Vorsatz-Januar gibt es Ausreißer.
Silvester vs. Neujahr: Der radikale Warenkorb-Wechsel
An Silvester dominieren Party-Produkte die Bestellungen: Alkoholfreier Sekt, Mischgetränke, Eiswürfel, Cracker und Kokoslikör gehören zu den Produkten mit dem stärksten Wachstum. Nur 24 Stunden später, am 1. Januar, dreht sich der Trend komplett: Frisches Obst, Gemüse, Bio-Produkte und alkoholfreies Bier übernehmen den Warenkorb. Der Kontrast könnte kaum größer sein.
„Die Zahlen zeigen: Deutschland nimmt sich tatsächlich vor, gesünder zu leben – und hält sich zumindest in den ersten Wochen daran“, fasst Lucas Rietz zusammen. „Ob das bis Februar durchhält? Das werden wir sehen. Aber der Start ins Jahr ist eindeutig: frisch, grün und Bio.“






