Globale Pflanzenölproduktion mit Rekordzuwachs – Europäische Ölsaatenernte mit ähnlicher Tendenz

Landwirtschaft Ernte
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Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USAD) hat jüngst für 2017/2018 eine Rekordproduktion von 197 Mio. Tonnen Pflanzenöl weltweit prognostiziert. Bei Palm- und Sojaöl sind die Zuwächse demnach am höchsten, bei Rapsöl steigen die Mengen nur gering. Auch die Zuwachsraten für den europäischen Markt sind stabil, die Produktion hier könnte ebenfalls ein Rekordniveau erreichen.

Der Markt für Pflanzenöl und Ölsaaten befindet sich schon seit vielen Jahren auf einem deutlichen Wachstumskurs. Die fortlaufende Erschließung neuer Produktionskapazitäten und die stetig steigende Nachfrage am Markt begünstigen diese Entwicklung entscheidend mit. Circa 87 % der Gesamtproduktion in 2017/2018 entfallen auf Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl. Besonders ausgeprägt sind die Zuwachsraten bei Palm- und Sojaöl, bei Rapsöl fallen diese wiederum deutlich geringer aus und Sonnenblumenöl verzeichnet sogar einen leichten Rückgang der Produktionsmenge.

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Die USDA prognostiziert für das laufende Jahr eine Zunahme von 4 % der Gesamtproduktion auf insgesamt 197 Mio. Tonnen. Bei Palmöl wird eine Steigerung von 7,6 % erwartet, bei Soja sind es 3,7 % und für Rapsöl immerhin noch 0,5 %. Die Produktion von Sonnenblumenöl dürfte den Prognosen entsprechend sogar um 2,5 % zurückgehen.

Die hohe Zuwachsrate der Palmölproduktion resultiert aus einer unerwartet raschen Erholung der Palmölplantagen nach dem zu trockenen Vorjahr sowie den anhaltend günstigen Produktionsbedingungen in Südostasien. Bei Soja ist die internationale Nachfrage weiterhin unverändert hoch – hier begünstigt auch die Rekordernte aus 2016/2017 die permanente Rohstoffverfügbarkeit. Die Nachfrage nach Rapsöl hingegen ist deutlich geringer und fällt weniger dynamisch aus als im Vorjahreszeitraum. Bei Sonnenblumenöl dürften die Negativwerte Folge des Rückgangs der ukrainischen Sonnenblumenerzeugung um circa 14 % sein.

 

Auch die Ölsaatenproduktion in Europa könnte Rekordniveau erreichen

 

Der anhaltend positive Wachstumstrend der globalen Märkte im Bereich Pflanzenöl und Ölsaatenerzeugnisse spiegelt sich auch auf den europäischen Agrarmärkten wieder. Die EU-Kommission prognostiziert in ihrem Monatsbericht vom März der europäischen Ölsaatenproduktion für 2018/2019 ein Wachstum von 1,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Rapsernte könnte umfangreicher ausfallen als zuvor.

 

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Die Produktionsmenge von Rapssaat, Sonnenblumenkernen und Sojabohnen in der EU-28 könnte sich demnach auf 35,5 Mio. t. erhöhen. Rapssaaten sind weiterhin die bedeutendste Ölsaat der EU-28, für 2018 rechnet man mit einem Zuwachs von 4,5 % auf rund 22,8 Mio. Tonnen. Die Sojaproduktion könnte mit knapp 0,4 % auf 2,8 Mio. t. zunehmen und das obwohl die Anbauflächen um fast 7 % oder 0,9 Mio. Hektar kleiner sind als im Vorjahr. Ähnlich wie auf globaler Ebene, sieht auch die EU-Kommission bei Sonnenblumenerzeugnissen einen Rückgang von 4,2 % auf 9,9 Mio. Tonnen, wobei sich auch hier die Anbauflächen verringern.

Die Schätzungen der EU-Kommission sind jedoch mit einem großen Unsicherheitsfaktor belegt. Es ist bisher nicht abzusehen, ob und in welchem Umfang die frostigen Temperaturen zu Auswinterungen und Ertragseinbußen in den Rapsbeständen geführt haben. Sollte die Prognose der EU-Kommission eintreten, würde die EU-Ölsaatenerzeugung das bisherige Rekordniveau der Ernte 2014 übertreffen.

 

 

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