Darum sollten die meisten Unternehmen einen Chief Vegan Officer einstellen

Young woman presenting her idea to colleagues
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Vegane Burger bei McDonald’s – geliefert von Nestlé, veganes Magnum-Eis, Volkswagen und Škoda mit veganen Ledersitzen, der fulminante Börsengang von Beyond Meat… Nun sollte auch dem letzten Unternehmenslenker und Top-Manager klar sein, dass der tierfreie vegane Lifestyle im Massenmarkt angekommen und für Millionen Verbraucher bereits eine Normalität ist.

Der vegane Lebensstil wird von vielen Celebrities, bekannten Persönlichkeiten und Sportlern, etwa Hollywoodstar Leonardo di Caprio, Bill Gates, James Cameron, Richard Branson, Greta Thunberg oder Formel 1-Pilot Lewis Hamilton unterstützt. Über ihre Social Media-Kanäle erreichen sie ein Milliardenpublikum und bringen dieses immer wieder mit dem veganen Lifestyle in Berührung.

Diese Entwicklung hat Konsequenzen für viele Branchen: Von Food, Health, Fashion, Beauty und Körperpflege über Interior Design, der Automobilindustrie und Tourismus bis hin zu Reinigungs- und Waschmitteln. Wer den veganen Markt ignoriert, verpasst Wachstumschancen, riskiert Umsatzeinbußen oder läuft eventuell sogar Gefahr, komplett vom Markt zu verschwinden.

Die Zielgruppe: Junge, gut ausgebildete Frauen mit überdurchschnittlichem Einkommen

Getrieben wird der vegane Markt mehrheitlich von jungen, gut ausgebildeten Frauen mit überdurchschnittlichem Einkommen, von denen viele bereits eine Familie haben oder demnächst eine gründen werden. Diese Frauen werden dann maßgeblich dafür sorgen, dass ein veganer Lifestyle in vielen Haushalten den Einkaufszettel bestimmt, wohin wie gereist wird und welches Auto angeschafft wird. Hinzu kommen zig-Millionen Flexitarier, die immer häufiger zu veganen Produkten greifen, aus ethischen, gesundheitlichen, ökologischen oder Tierschutz-gründen.

Gerade bei der veganen Zielgruppe gilt: Unternehmen müssen authentisch und glaubwürdig sein

Diese Zielgruppen sind sehr kritisch und kaufen bevorzugt Produkte von Unternehmen, die den veganen Lifestyle verinnerlicht haben und glaubwürdig leben. Und hier beginnt das Problem für viele Unternehmen: Sie haben zwar im Zweifelsfall einen Experten für CSR oder für Bioprodukte; die Unternehmen verfügen oft aber über keine oder nur geringfügige Kenntnisse, wie Veganer ticken, wie sie am besten erreicht werden, was ihnen wichtig ist und mit welchen authentischen Wordings sie angesprochen werden müssen.

Weil niemand im Unternehmen vegan lebt oder in veganen Umgebungen unterwegs ist, fällt die Entwicklung einer Strategie für diesen Markt und von attraktiven veganen Produkten sowie die richtige Ansprache der Zielgruppe deshalb oft sehr schwer. Viele Beispiele zeigen, dass große Investitionen aufgrund mangelnder Kenntnis des veganen Marktes regelrecht in den Sand gesetzt wurden oder Unternehmen als Greenwasher abgetan werden. Oder es kostete viel Geld, eine schlecht vorbereitete vegane Markteinführung anschließend wieder zu korrigieren. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen ein traditionell nicht-veganes Image haben, dass die Verbraucher skeptisch stimmt.

Erfolg mit veganer Expertise

Um im veganen Markt erfolgreich zu sein, braucht es Experten, die diesen Markt tatsächlich verstehen, in ihm leben und im Unternehmen behutsam mit den Vorurteilen aufräumen, die vielfach noch bestehen. Gleichzeitig sollte er/sie aber die Skills in puncto Betriebswirtschaft, Produktion, Marketing, Teamführung und Vertrieb mitbringen und am besten noch Jahre an Erfahrung auf internationalem Parkett vorweisen können. Kurzum, es braucht einen Chief Vegan Officer, der auf allen Ebenen die Transformation zu einem veganfreundlichen Unternehmen implementiert.

Allerdings erwarten diese Chief Vegan Officer eine Unternehmensumgebung, die ihnen die Befugnisse gibt, die sie für Ihre Herausforderung brauchen. Mit gut dotierten Posten allein ist diese Spezies nicht zu locken. Deshalb sollte der Eintritt in einen veganen Markt auch von der Geschäftsführung nachhaltig unterstützt werden, am besten werden Chief Vegan Officer auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene angesiedelt. Und idealerweise findet mit diesem Schritt ein Kulturwandel statt, der mit den Vorurteilen gegenüber Veganern aufräumt, die viele Mitarbeiter eventuell noch in ihren Köpfen haben. Kommunikation und Überzeugungsarbeit ist hier gefordert. Halbherzige Implementierungen werden den Anforderungen nicht gerecht.

In eigener Sache: vegconomist berät Unternehmen, die in den veganen Markt einsteigen wollen oder nach einem Einstieg die nächste Expansionsstufe angehen möchten. vegconomist analysiert täglich mehrere Hundert vegane News aus aller Welt und hat einen hervorragenden Überblick über die globale Szene. Für weitere Infos steht Ihnen CEO und Chefredakteur Peter Link zur Verfügung: [email protected]

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