Nach Erkenntnissen der Strategieberatung Roland Berger wächst der Markt für pflanzliche Molkereiprodukte in Westeuropa und Nordamerika in einem noch nie dagewesenen Tempo, da die Verbraucher zunehmend Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit legen.
Im Jahr 2023 hat der Einzelhandelsmarkt für pflanzliche Molkereiprodukte laut Studie ein Volumen von 11,55 Milliarden US-Dollar (10,7 Milliarden Euro) erreicht, gegenüber 7,34 Milliarden US-Dollar (6,8 Milliarden Euro) im Jahr 2019. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 12 %. Das Wachstum wird in erster Linie von pflanzlichen Getränken getragen, die 60 % des Gesamtmarktes ausmachen, gefolgt von Joghurt- und Käsealternativen. Auch im Horeca-Sektor finden Milchalternativen zunehmend Anklang, was die Grundlage für ein anhaltendes Wachstum der Branche bildet.
Allerdings machen pflanzliche Milchprodukte immer noch nur einen Bruchteil des traditionellen Milchmarktes aus. Milchalternativen sind mit einem Marktanteil von 12 % am gesamten Milchmarkt die erfolgreichste Produktart. Andere Milchalternativen wie Joghurt, Butter und Speiseeis sind mit einem Anteil von 4 % oder weniger nach wie vor unterrepräsentiert.

Den Weg zum Wachstum ebnen
Die Akzeptanz von Milchalternativen ist in den westeuropäischen Ländern sehr unterschiedlich. So werden in Finnland beispielsweise 34,20 € pro Person und Jahr für pflanzliche Milchprodukte ausgegeben, während in Frankreich nur 5,90 € ausgegeben werden.
Eine frühere Studie der Universität Hohenheim aus dem Jahr 2023 ergab ebenfalls Unterschiede in der Einstellung zu Milchalternativen zwischen den europäischen Ländern. Für Deutschland wurde ein hohes Marktpotenzial festgestellt, da das Bewusstsein für Tierschutz, Gesundheit und Umwelt weit verbreitet ist und die Verbraucher bereit sind, nicht-traditionelle Lebensmittel zu probieren. Im Gegensatz dazu waren die Verbraucher in Frankreich, Spanien und Italien aufgrund der langen Tradition des Konsums von Käse und anderen Milchprodukten eher skeptisch.
„Der Aufstieg der pflanzlichen Milchprodukte spiegelt eine tiefgreifende Veränderung der Verbraucherpräferenzen in Richtung Nachhaltigkeit und Gesundheit wider, die den Weg für Innovation und Wachstum im Markt ebnet“, sagt Alexander Belderok, Senior Partner bei Roland Berger.

„Marken müssen gezielte Strategien verfolgen“
Eine kürzlich von Roland Berger durchgeführte weltweite Umfrage ergab, dass 58 Prozent der Befragten offen für einen Umstieg auf pflanzliche Milchprodukte sind. Die Studie kam jedoch auch zu dem Schluss, dass es erhebliche Hindernisse für eine breite Akzeptanz gibt, darunter Geschmack, Beschaffenheit, begrenzte Verfügbarkeit, hohe Preise und die Wahrnehmung einer übermäßigen Verarbeitung.
Darüber hinaus ergab die Umfrage eine hohe Markenbekanntheit für Alpro und Oatly, die von 83% bzw. 82% der Befragten erkannt wurden. Laut Roland Berger haben die Unternehmen ihren Erfolg durch den Fokus auf Innovation, die Erweiterung ihres Portfolios und Investitionen in ihre Marken erzielt, um ihre Marktpräsenz zu erhöhen.
„Um den Milchmarkt signifikant zu durchdringen, müssen die Marken gezielte Strategien anwenden, einschließlich der Optimierung von Eiweißpflanzen und Extraktionsprozessen, der Innovation von Rezepten für besseren Geschmack, der Stärkung der Marke, der Ausweitung des Vertriebs und der Förderung von Produktinnovationen, um die Freude der Verbraucher zu steigern“, so Belderok.
Weitere Informationen: rolandberger.com/en