Politik & Gesellschaft

BALPro-Analyse: EU-Bezeichnungsverbot könnte Branche 250 Millionen Euro kosten

Ein mögliches EU-weites Verbot von Bezeichnungen wie „vegane Wurst“ oder „pflanzlicher Burger“ hätte erhebliche wirtschaftliche Folgen für Hersteller von Fleischersatzprodukten. Auf Basis interner Schätzungen und Rückmeldungen zahlreicher betroffener Unternehmen ist laut dem Branchenverband BALPro von einem Gesamtschaden in Höhe von rund 250 Millionen Euro auszugehen. Diese Größenordnung spielt in der bisherigen politischen Debatte bislang faktisch keine Rolle.

Die Kosten entstünden vor allem durch die notwendige Neugestaltung und Vernichtung von Verpackungen, die Umstellung von Marketing und Kommunikation sowie durch erhebliche Umsatzverluste. Etablierte Produktbezeichnungen sorgen derzeit für Orientierung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ihr Wegfall würde die Wiedererkennbarkeit der Produkte deutlich verringern, den Marktzugang erschweren und das Wachstum einer dynamischen Zukunftsbranche spürbar bremsen.

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© aamulya – stock.adobe.com

Ein Bezeichnungsverbot würde ganze Geschäftsmodelle gefährden

Für viele Unternehmen machen die betroffenen Produkte mehr als 50 bis teilweise 100 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Ein Bezeichnungsverbot würde damit nicht nur einzelne Produkte, sondern ganze Geschäftsmodelle gefährden. Hinzu kämen monatelange Umstellungsphasen, die zu erheblicher Planungsunsicherheit führen und Investitionen sowie Innovationen hemmen würden.

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© Verband für Alternative Proteinquellen e. V.

„Die Bundesregierung darf einem EU-Bezeichnungsverbot nicht zustimmen, ohne die realen wirtschaftlichen Folgen zu berücksichtigen“

Claudia Hauschild, stellvertretende BALPro-Vorsitzende und Vorständin der AG Alternative Meat, appelliert an die Bundesregierung: “Die Bundesregierung darf einem EU-Bezeichnungsverbot nicht zustimmen, ohne die realen wirtschaftlichen Folgen zu berücksichtigen. Wir erwarten, dass Deutschland in Brüssel rote Linien zieht und sich für Rechtssicherheit, Verbraucherorientierung und eine faktenbasierte Regulierung einsetzt.

Ein EU-Bezeichnungsverbot wäre kein rein sprachlicher Eingriff, sondern ein massiver wirtschaftlicher Einschnitt für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit. Vor dem Hintergrund des Ziels der Bundesregierung, Deutschland als Wirtschaftsstandort zu stärken, fordern wir diese nachdrücklich auf, sich auf europäischer Ebene für eine belastbare, faktenbasierte Folgenabschätzung und eine sachliche Debatte einzusetzen, die die realen wirtschaftlichen Auswirkungen umfassend berücksichtigt.“

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