Das niederländische Zentralbüro für den Lebensmittelhandel (CBL), ein Handelsverband für Supermärkte und Gastronomieunternehmen, hat sich gegen das vorgeschlagene Verbot des Europäischen Parlaments ausgesprochen, fleischähnliche Bezeichnungen für pflanzliche Produkte zu verwenden.
Die Organisation hat ein Positionspapier mit dem Titel „Behoud Herkenbare Productnamen voor Vleesvervangers” (Beibehaltung erkennbarer Produktnamen für Fleischersatzprodukte) veröffentlicht. Die Autoren argumentieren, dass die Verwendung leicht verständlicher Namen für pflanzliche Fleischprodukte entscheidend ist, um Verbraucher zu einer pflanzlicheren Ernährung zu ermutigen und den Proteintransition zu beschleunigen.
Darüber hinaus wird in dem Papier darauf hingewiesen, dass das Verbot Produzenten davon abhalten könnte, in die Entwicklung pflanzlicher Produkte zu investieren, die Fleisch ähneln, was Innovationen behindern und das Marktpotenzial verringern würde.
„Das vorgeschlagene Verbot ist unnötig, schießt über das Ziel hinaus und könnte den Proteinstrukturwandel verlangsamen”, sagt Latoya Balogun, Managerin für nachhaltige Lieferketten und Lebensmittel bei der CBL. „Die Verbraucher verstehen diese Begriffe gut und sind davon nicht verwirrt. Im Gegenteil: Bekannte Produktnamen erleichtern die Integration pflanzlicher Alternativen in die tägliche Ernährung.“

„Unsere Branche übernimmt Verantwortung für den Proteinstrukturwandel“
Das Positionspapier zitiert Untersuchungen, aus denen hervorgeht, dass die überwiegende Mehrheit der niederländischen Verbraucher versteht, dass beispielsweise eine vegetarische Wurst kein Fleisch enthält (Verbraucherprogramm Radar, 2020). Darüber hinaus haben Studien ergeben, dass die Mehrheit der Europäer nichts gegen die Verwendung fleischähnlicher Bezeichnungen für pflanzliche Produkte einzuwenden hat.
Daher fordert die CBL das Europäische Parlament auf, das vorgeschlagene Verbot zu überdenken, und die niederländische Regierung, diese Position in Brüssel aktiv zu vertreten. Das Verbot hat bereits zu Gegenreaktionen von über 200 Organisationen geführt, darunter große Umweltverbände, Lebensmittelhersteller und Tierschützer.
Die Niederlande sind Vorreiter beim Proteintransition: Zahlreiche Einzelhändler und Caterer im Land haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 60 % pflanzliche Proteine zu verkaufen.
„Unsere Branche übernimmt Verantwortung für die Proteintransition, indem sie pflanzliche Produkte so attraktiv, zugänglich und erschwinglich wie möglich macht“, so Balogun. „Es ist wichtig, dass Unternehmer genügend Spielraum haben, um ihre Produkte erkennbar zu positionieren. Da die Proteinwende zum Teil von einer Veränderung des Verbraucherverhaltens abhängt, ist es entscheidend, dass die Menschen leicht auf pflanzliche Produkte umsteigen können. Bekannte Namen helfen dabei. Sie zeigen, dass ein pflanzliches Produkt im gleichen Kontext wie sein tierisches Pendant verwendet werden kann.“





