Saudi-Arabien: Jugend treibt Veganismus voran

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© Positiffy/adobestock

Die Nachfrage zu pflanzlichen Optionen für Lebensmittel in Saudi-Arabien nimmt seit einiger Zeit stetig zu. Treibende Kraft für den veganen Trend ist die Jugend des Königreichs. Ein stärker werdendes Bewusstsein für Gesundheit, Tierrechte und Umwelt und promiente Fürsprecher spielen hierbei ein entscheidende Rolle.

Saudischer Prinz an Spitze der veganen Bewegung

Gesundheitliche Auswirkungen von Fettleibigkeit innerhalb der Bevölkerung rücken zunehmend in den Fokus. Adipositas ist auch in Saudi-Arabien ein wachsendes Problem und bringt Verbraucher dazu, sich über ihre Ernährungsgewohnheiten Gedanken zu machen. Viele junge Menschen verzichten zudem auf Fleisch und tierische Erzeugnisse, um gegen unethische Praktiken in der Viehwirtschaft zu protestieren. Gleichzeitig fürchten viele die Auswirkungen der Massentierhaltung auf die Wasser- und Bodenqualität und die Treibhausgasemission.

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Prinz Khaled bin Alwaleed bin Talal; © khaledbinalwaleed.com

Mittlerweile zählen auch Prominente des Landes zu den Befürwortern einer pflanzenbasierten Ernährung. Zu ihnen gehört Prinz Khaled bin Alwaleed bin Talal, der Sohn des saudischen Milliardärs Prinz Al-Waleed bin Talal. Der 41-jährige Unternehmer hat u.a. in Beyond Meat und Memphis Meat investiert und war Geldgeber und Vorstandsmitglied für JUST, Inc. Er kündigte im letzten Jahr an, bis 2020 30 vegane Restaurants im Mittleren Osten eröffnen zu wollen. Mit dem National Geographic Encounter hat der Vegan-Verfechter zudem einen virtuellen, tierleidfreien Meerespark nach Saudi-Arabien geholt.

Zunehmend pflanzliche Optionen verfügbar

Vegan zu leben, kann in einem Land, in dem Fleisch traditionell Wohlstand repräsentiert, jedoch immer noch schwierig sein. Viele Saudis stehen dem Veganismus noch skeptisch gegenüber. “Aber die Zeiten ändern sich und wenn sie unseren Lebensstil nicht übernehmen wollen, können sie ihn zumindest respektieren.”, sagte die vegan lebende Optikerin Banan Al-Sultan gegenüber Arab News.

Al-Sultan, die mit ihrem Versuch vor acht Jahren vegan zu leben noch gescheitert war, ist mittlerweile zum Veganismus zurückgekehrt. “In keinem Restaurant, in dem ich war, gab es eine Option für mich, außer vielleicht Pommes Frites oder einen Beilagensalat.”

Da aber immer mehr Restaurants und Supermärkte mittlerweile pflanzliche Optionen anbieten, wird der Umstieg zur veganen Ernährung zunehmend einfacher. Die meisten saudischen Lebensmittelläden führen inzwischen eine große Auswahl an vegetarischen Optionen, darunter pflanzliche Milchprodukte auf Basis von Mandel, Soja und Kokosnuss, vegane Butter und Käse, fleischlose Burger und Wurst sowie Süßes wie Kekse, Bonbons und Eiscreme.

Auch Restaurants im Königreich steigen auf den veganen Zug auf: Burger-Läden wie Johnny Rockets und Burgerfuel bieten fleischlose Patties an, die Superfood-Kette Boga aus Jeddah verkauft vegane Salate und Tofu-Sandwiches und berühmte vegan-freundliche Lokale wie Urth Caffé eröffnen neue Filialen im ganzen Königreich.

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