ProVeg Food Industry & Retail: “Unser primäres Ziel ist die Unterstützung von Unternehmen mit innovativen, pflanzlichen Produkten.”

Simone Gröschl & Dirk Liebenberg
© FIR
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ProVeg Food Industry & Retail berät sowohl etablierte Unternehmen wie ​die Rügenwalder Mühle als auch junge Start-ups wie ​the nu company​, die innovative, pflanzliche Produkte auf den Markt bringen. Simone Glück, Bereichsleitung Deutschland und Dirk Liebenberg, Projektmanager und Ansprechpartner für die ProVeg Test-Community, verraten im Interview, wie das Team Unternehmen am pflanzlichen Lebensmittelmarkt unterstützt, und welche aktuellen und künftigen Entwicklungen das Team vorantreibt.

Welche Partner und Leistungen deckt der Bereich Food Industry & Retail ab?
Als ein Teil des Corporate Engagement Teams bei ProVeg arbeiten wir seit 2011 mit Lebensmittel produzierenden Unternehmen und Rohstofflieferanten sowie dem Groß- und Einzelhandel zusammen. Wir kennen den Veggie-Markt, seine Akteure und die Vorlieben der verschiedenen Zielgruppen für pflanzliche Produkte. Dieses Know-How fließt in unsere Kooperationen mit dem Ziel, mehr und bessere, pflanzliche Lebensmittel für die Konsumentinnen und Konsumenten zu entwickeln und besser verfügbar zu machen. Damit nehmen wir eine beratende und vermittelnde Position ein.

Mit welcher Art von Unternehmen arbeitet ihr zusammen? Gibt es da Beschränkungen?
Entlang der Wertschöpfungskette arbeiten wir von Lieferanten für funktionelle Inhaltsstoffe bis hin zu den großen Einzelhandelsketten mit allen Akteuren zusammen. Das Spektrum reicht von Start-ups über mittelständische Unternehmen bis hin zu den bekannten Größen der Lebensmittelbranche. Voraussetzung ist natürlich, dass entsprechende Unternehmen gefragte, pflanzliche Produkte bereits anbieten beziehungsweise dies planen. Dabei liegt unser Fokus auf Lebensmitteln, für die wir einen unzureichend gedeckten Bedarf oder Verbesserungsbedarf feststellen. Nach wie vor gibt es beispielsweise bei den pflanzlichen Käsealternativen ein bei Weitem noch nicht ausgeschöpftes Potenzial. Andererseits verfolgen wir auch Entwicklungen in ganz neuen Feldern wie der Cellular Agriculture.

Was genau habt ihr Unternehmen zu bieten?
Wir bieten aus unserer Position als neutraler Wissens- und Netzwerk-Hub Beratungsdienstleistungen zum pflanzlichen Markt an. Dazu erheben wir selbst Daten zur Bedarfsanalyse für pflanzliche Alternativen, Konsumverhalten, Konkurrenz und Best Practices in den verschiedenen Marktsegmenten. Unternehmen, die neu in den Markt für vegane Produkte einsteigen wollen, helfen wir, einen Überblick über Chancen und Risiken zu bekommen. Etablierte Akteurinnen und Akteure fragen häufig zu spezielleren Themen wie Trends bei Inhaltsstoffen, Umweltbilanzierungen oder Marketingthemen wie Verpackung und Platzierung.

Unser ausgedehntes Unternehmensnetzwerk bietet hierbei einen besonderen Mehrwert, weil wir in der Regel die richtigen Ansprechpartner und potenziellen Kooperationspartner kennen und empfehlen können, wenn beispielsweise neue Bezugsquellen gesucht werden.

Wie läuft ein Consulting bei euch ab?
Der Erstkontakt erfolgt meist auf Fachmessen und Konferenzen, die wir regelmäßig besuchen, um neue Trends und Innovationen zu verfolgen und interessante Unternehmen persönlich kennenzulernen. Häufig kommen auch Anfragen aus Kooperationen mit anderen Corporate Engagement Bereichen, wie dem V-Label, dem Foodservice- und Event-Bereich oder über die Start-ups aus unserem Inkubator.

In einem ersten Gespräch erörtern wir, vor welchen speziellen Herausforderungen das jeweilige Unternehmen steht, ordnen deren Produkte in die Landschaft des jeweiligen Marktsegments ein und geben Feedback und Ideen für mögliche Lösungsstrategien. Dieser erste Termin ist oft schon sehr fruchtbar und ermöglicht uns nach anschließender Analyse, die sinnvollsten Maßnahmen aus unserer Perspektive aufzeigen.

Ein Consulting ist aus unserer Sicht erfolgreich, wenn wir durch unsere Beratung und den Einsatz konkreter Tools, wie z.B. der ProVeg Test-Community, dafür sorgen, dass ein weiteres Unternehmen den Markt mit gefragten pflanzlichen Produkten bereichert und damit eine pflanzliche Lebensweise ein Stückchen einfacher und vielfältiger wird.

Was ist diese Test-Community und was bringt sie euren Partnern?
In der ​Test-Community sind deutschlandweit über 23.000 registrierte Produkttesterinnen und Produkttester, die Spaß daran haben, neue pflanzliche Produkte zu testen und in Form von Umfragen ihre Meinung zu teilen. Diesen Service haben wir in den letzten Monaten überarbeitet und neu konzeptioniert, sodass wir nun auch Tastings mit Fokusgruppen und Blindverkostungen vor Ort in Berlin anbieten sowie Kooperationen mit dem Einzelhandel als Logistikpartner aufbauen.

Die Test-Community hilft unseren Partnern, repräsentatives, qualitativ hochwertiges Feedback in verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus von der jeweiligen Zielgruppe abzufragen. Das dient in erster Linie zur Optimierung der Produkte und ihrer Vermarktungsstrategie, wird aber auch dafür verwendet, maßgeschneidert Bedarfsanalysen und Meinungsbilder zu erhalten, denn wir können die Teilnehmenden nach verschiedenen, soziodemografischen Kriterien auswählen.

Was kosten diese Services und wer ist eure Kundengruppe?
Unser primäres Ziel ist die Unterstützung von Unternehmen mit innovativen, pflanzlichen Produkten, um diese in den Markt zu bringen. Deshalb teilen wir viele Branchenkenntnisse, Empfehlungen und Ergebnisse aus bisherigen Recherchen, Umfragen etc. kostenfrei. Für spezielle Dienstleistungen, wie individuelle Marktforschung oder Produkttests, kalkulieren wir Preise auf Anfrage. Beispielsweise fängt ein Standard-Produkttest bei uns schon bei unter 2000 Euro an, der Endpreis richtet sich jedoch nach den individuellen Wünschen der Unternehmen an den Service. So ist es beispielsweise für Start-ups auch möglich, einen großen Teil der Arbeit selbst zu übernehmen, um einen entsprechenden Abschlag zu erhalten, und umgekehrt bieten wir optionale Leistungen wie eine individuelle, kommentierte Ergebnisanalyse gegen Aufpreis an.

Kunden sind sowohl produzierende Unternehmen aus dem konventionellen Lebensmittelbereich als auch aus dem Bereich der Alternativprodukte zu Fleisch und Milchprodukten, weshalb wir künftig verstärkt auch auf den Groß- und Einzelhandel zugehen.

Welche aktuellen Entwicklungen der Branche beschäftigen euch und wo seht ihr unausgeschöpftes Potenzial?
Derzeit fokussieren wir unsere Energie auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die schmackhafte Fleisch- und Milchprodukte sowie Back- und Süßwaren entwickeln und einer breiten Kundschaft anbieten wollen. Aus unserer Sicht gibt es bereits sehr viele gute Premiumprodukte in diesen Bereichen, aber es fehlt an leckeren Basics im niedrigeren Preissegment, die entsprechend flächendeckend erhältlich sind. Der Erfolg verschiedenster Sorten von pflanzlicher Milch steht beispielhaft für das, was wir in den genannten Sparten vermissen. Von günstiger Soja- oder Hafermilch bis hin zu Nuss- und Mandelmilch sind die Milchalternativen heute nahezu überall zu erschwinglichen Preisen erhältlich.

Auf welchem Weg können interessierte Unternehmen sich über eure Arbeit auf dem Laufenden halten und in Kontakt treten?
Seit Beginn des Jahres veröffentlichen wir unseren eigenen Newsletter, in dem wir regelmäßig über unsere Arbeit informieren. Wir sind 2019 auf den einschlägigen Messen, wie den VeggieWorlds, der Biofach, IBA, Veganfach, Food Ingredients Europe und mehr unterwegs und freuen uns außerdem immer über Anfragen via Mail unter ​[email protected]​.

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