Studien & Umfragen

Globaler Bericht zum Veganuary: Die Zukunft pflanzenbasierter Lebensweisen

Ein Bericht der Vegan Society liefert neue Erkenntnisse zu führenden veganen Reisezielen, wachsenden Märkten und einem weltweiten Wandel im Konsumverhalten.

The Vegan Society hat mit „Veganism Around the World“ eine umfassende Analyse darüber vorgestellt, wie pflanzenbasierte Lebensweisen globale Kultur, Reisen und Wirtschaft prägen. Der zum Veganuary veröffentlichte Bericht kombiniert Desk Research zur Erstellung einer belastbaren länderübergreifenden Datenbasis, eine Umfrage in zehn Ländern sowie detaillierte Profile von 21 Ländern. Er zeigt, wo Veganismus an Bedeutung gewinnt und warum das für die Zukunft von Ernährung, Gastgewerbe und Wirtschaft relevant ist.

Globaler Wandel im Verhalten

Google Trends zeigt, dass Suchanfragen nach „Veganismus“, mit einem Höhepunkt um 2020, sich zwar stabilisiert haben, aber weiterhin häufiger sind als nach „Vegetarismus“ und, abgesehen von kurzen Ausschlägen, sogar als nach „Klimawandel“.

Die Befragung in zehn Ländern zeigt, dass Veganismus zwar noch vergleichsweise selten ist, Flexitarismus jedoch inzwischen zum Mainstream gehört (16–30 Prozent). Das deutet auf eine breite Verschiebung zu umweltfreundlicheren Ernährungsweisen hin.

Indien sticht als globaler Vorreiter hervor: 14 Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich als vegan, 26 Prozent als vegetarisch. Insgesamt ist die weltweite Einstellung zum Veganismus neutral bis positiv, was günstige Voraussetzungen für weiteres Wachstum schafft. Am positivsten fällt die Haltung in Indien aus, am verhaltensten in Japan.

© the vegan society
© The Vegan Society

Führende vegane Reiseziele

Über 21 Länder hinweg zeichnen sich klare Spitzenreiter ab:

  • Neuseeland führt bei veganfreundlichen Gastronomieangeboten pro Kopf (≈345 pro Million), getragen von einer breiten Verfügbarkeit veganer Optionen in der Alltagsgastronomie.
  • Taiwan liegt bei vollständig veganen Restaurants pro Kopf an der Spitze (14,8 pro Million).
  • Island ist Europas Ausreißer nach oben: 43 Prozent der Restaurants bieten mindestens ein veganes Gericht an.
  • Portugal belegt weltweit Platz zwei bei vollständig veganen Restaurants pro Kopf, obwohl es gleichzeitig Platz drei beim Fisch- und Meeresfrüchtekonsum einnimmt – ein Beleg dafür, dass dichte vegane Szenen auch neben hohem Konsum tierischer Produkte bestehen können.
  • Die USA verfügen absolut über die meisten veganen Restaurants (1.717).
    Vietnam, Malaysia und Singapur überzeugen sowohl absolut als auch pro Kopf. In vielen buddhistisch geprägten Ländern wie China, Japan, Vietnam, der Mongolei, Taiwan, Singapur und Indonesien tragen kulturelle Normen zu vielfältigen veganen und vegetarischen Esskulturen bei.
© the vegan society

Pflanzliche Wirtschaft und Innovation

Märkte mit starker Forschungsbasis und unterstützenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ziehen mehr Unternehmen für alternative Proteine an und fördern Innovation.

Die USA beherbergen inzwischen das größte Ökosystem gemessen an der Gesamtzahl der Unternehmen: 615 Betriebe produzieren pflanzenbasierte, kultivierte oder hybride Proteinprodukte. Pro Kopf liegt das Land jedoch deutlich niedriger und verzeichnet eine abkühlende Inlandsnachfrage, was Produzenten verstärkt auf Exportwachstum ausrichten lässt.

Pro Kopf gemessen führt Singapur mit 7,44 Unternehmen pro Million Einwohner, gefolgt von Israel mit 6,66 und den Niederlanden mit 5,03. Das spiegelt starke wissenschaftlich-technische Grundlagen und förderliche Rahmenbedingungen wider. Die Niederlande führen zudem in Europa bei den Pro-Kopf-Ausgaben für pflanzenbasiertes Fleisch und bilden zusammen mit Deutschland und dem Vereinigten Königreich eine Kombination aus starker Unternehmensbasis und robusten Einzelhandelsumsätzen.

© the vegan society
© The Vegan Society

Auch in Asien steigt die Nachfrage deutlich: Verbraucherinnen und Verbraucher in Indien und China geben fast doppelt so häufig wie in den USA an, „sehr“ oder „äußerst wahrscheinlich“ pflanzenbasiertes Fleisch zu kaufen. Das signalisiert großes Wachstumspotenzial für Exporteure und lokale Innovatoren. Zugleich bleibt eine nüchterne Einordnung wichtig: Eine hohe Innovationsdichte führt nicht automatisch zu geringerem Konsum tierischer Produkte. Israel etwa zählt trotz seiner Führungsrolle bei alternativen Proteinen weiterhin zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügel und Rindfleisch.

Claire Ogley, Head of Campaigns, Policy and Research bei The Vegan Society, kommentiert: „Dieser Bericht ist die erste umfassende Untersuchung zum Wachstum des Veganismus weltweit. Die Daten zeigen, dass Veganismus längst keine Nischenbewegung mehr ist, sondern kulturübergreifend an Bedeutung gewinnt – getragen von Restaurants, Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern auf der ganzen Welt.

Obwohl das Wort ‚vegan‘ erst vor 80 Jahren geprägt wurde, wird es heute weltweit verwendet und weithin verstanden. Ermutigend ist auch, dass die Einstellung gegenüber Veganismus entgegen gängiger Klischees überwiegend neutral ist und in vielen Fällen sogar positiv ausfällt.

Dieses wachsende Interesse spiegelt sich in Suchtrends sowie in der rasanten Ausweitung veganer Gastronomieangebote und Produktinnovationen wider – klare Zeichen dafür, dass Veganismus im Mainstream angekommen ist.“

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