Politik & Gesellschaft

Oatly und Patagonia rufen europäische Unternehmen und Verbraucher auf, für die Europawahl zu mobilisieren

Oatly und Patagonia rufen Unternehmen in Europa dazu auf, sich für eine höhere Wahlbeteiligung bei der diesjährigen EU-Wahl einzusetzen, die zu einem entscheidenden Zeitpunkt für das Klima und die Gesellschaft stattfindet.

Da Europa Studien zufolge der Kontinent sein soll, der sich am schnellsten erwärmt, nämlich etwa doppelt so schnell wie der Rest der Welt, ist es nach Meinung verschiedener Experten unerlässlich, dass die gewählten politischen EU-Vertreter der Klimakrise und ihren Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit des Planeten Priorität einräumen. Aus diesem Grund haben sich Oatly und Patagonia zusammengetan, um das Engagement der europäischen Bürger zu stärken. In einem gemeinsamen offenen Brief fordern Nina Hajikhanian (General Manager, EMEA, Patagonia) und Jean-Christophe Flatin (Chief Executive Officer, Oatly) andere Unternehmen auf, dasselbe zu tun

Jean-Christophe Flatin meint dazu: „Die Menschheit hat auf die harte Tour lernen müssen, dass Demokratie niemals als selbstverständlich angesehen werden sollte. Diese Generation ist womöglich die Letzte, die zusätzlich verstehen sollte: Auch unser Planet ist nicht selbstverständlich. Der Ausgang der bevorstehenden EU-Wahl hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Je nach Ergebnis werden wir mit einer Politik dastehen, die entweder uns allen helfen kann oder die stillschweigend den Räumungsbefehl für unsere Kinder und Enkelkinder von unserem Planeten unterzeichnet.“

Weiterführend erklärt er: „Engagement ist wichtig und deshalb bieten wir allen unseren Kollegen in der EU an, sich während ihres Arbeitstages Zeit für die Stimmabgabe zu nehmen. Wir wenden uns auch an die politischen Entscheidungsträger, um sie zu ermutigen, am Green Deal festzuhalten und Richtlinien und Unternehmen zu unterstützen, die sich für eine nachhaltigere Zukunft einsetzen. Wir brauchen zudem mehr Unternehmen, die ihre Stimme erheben und aktiv werden. Ja, wir Menschen sind für den Klimawandel verantwortlich, aber der relevante Punkt ist doch, dass wir es auch in der Hand haben, Lösungen zu finden. Ein erster Schritt in diese Richtung besteht darin, die Macht der Demokratie zu nutzen, um einen Wandel herbeizuführen.“

© Rawf8 – stock.adobe.com

Nina Hajikhanian, General Manager, EMEA, Patagonia, sagt: „Patagonia setzt sich seit langem für eine höhere Wahlbeteiligung ein, beispielsweise durch Initiativen wie Time to Vote, eine überparteiliche Bewegung von über 2.020 Mitgliedsunternehmen in Nordamerika. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament sind die Ursachen für die niedrige Wahlbeteiligung, insbesondere bei jüngeren Wählenden, andere. Wir haben uns dazu entschieden, allen unseren europäischen Mitarbeitenden Zeit für die Stimmabgabe zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus haben wir ein Programm mit Lehrinhalten und Inspirationen entwickelt, damit die Wählenden sich ausreichend informiert fühlen, wenn sie mit ihren Freunden, Familien und ihrem Umfeld über die Bedeutung dieser Wahlen sprechen.“

Die Notwendigkeit, der langfristigen planetaren Gesundheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken, kommt zu einer Zeit, in der die Wahlbeteiligung weiterhin alarmierend niedrig ist. So lag die Wahlbeteiligung bei den EU-Wahlen 2019 europaweit bei nur 51 Prozent und war damit trotzdem der höchste Prozentsatz seit 1994. Angesichts des großen Einflusses, den die EU-Politik auf das tägliche Leben der Bürger, die Art und Weise, wie Unternehmen sich ausrichten und auf die Beziehungen zwischen Europa und dem Rest der Welt hat, müssen mehr Unternehmen ihre Netzwerke einbinden. Aus diesem Grund haben sich Patagonia und Oatly zu einer europaweiten Aktion zusammengeschlossen, um das Engagement bei den Wahlen zu erhöhen.

Oatly-Kampagne für die EU-Wahl
© Oatly

Gemeinsame Aktivitäten von Oatly und Patagonia zur Europawahl

Beide Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden in ganz Europa an, sich für die Stimmabgabe während der Arbeitszeit freistellen zu lassen. Dies betrifft rund 1000 Menschen in elf Ländern, die in den verschiedenen Unternehmen in Fabriken, Büros und im Einzelhandel arbeiten.

Im Vorfeld der Wahlen werden den Mitarbeitenden Ressourcen zur Verfügung gestellt, einschließlich informativer und inspirierender Veranstaltungen und sie werden ermutigt, mit ihren Freunden, Familien und ihrem Umfeld über die Bedeutung der Wahl zu sprechen. Durch die Zusammenarbeit mit Cafés und durch Events in Patagonia-Geschäften sowie durch Social-Media-Maßnahmen und eine groß angelegte Out-of-Home-Kampagne von Oatly sollen junge Bürger in der gesamten EU dazu inspiriert werden, ihr Wahlrecht zum Wohle des Klimas auszuüben. Oatly stellt den Kandidaten für das Europaparlament auch ein Manifest zur Verfügung, das eine Reihe von politischen Vorschlägen enthält, die angenommen werden könnten, um ein widerstandsfähiges und nachhaltiges pflanzenbasiertes Lebensmittelsystem zu schaffen, mit dem die vereinbarten Gesundheits- und Klimaziele erreicht werden können.

© European Vegetarian Union (EVU)

Die Haltung europäischer Parteien

In Bezug auf die Fragestellung, wie die Haltung einzelner europäischer Parteien zur Umgestaltung des Lebensmittelsystems ist, hat die European Vegetarian Union (EVU) in einem Bericht über 50 politische Parteien aus ganz Europa nach ihren politischen Lösungen zur nachhaltigen, klimaschonenden Umgestaltung der Lebensmittelindustrie befragt.

Aus den Umfragen ist ein Leitfaden für die EU-Wahlen 2024 hervorgegangen, der den Wählern, Interessenvertretern und politischen Entscheidungsträgern ein besseres Verständnis der politischen Landschaft in Bezug auf pflanzenbasierte politische Lösungen vermitteln soll. Durch das Hervorheben von Bereichen, in denen ein politischer Konsens besteht, sowie von Themen, die noch nicht umfassend behandelt werden, soll dieser Bericht auch als wichtiges Instrument für eine fundierte Entscheidungsfindung dienen.

Mit Blick auf die anstehende Europawahl schreiben die Autoren des Plant-Based Manifestos, das als Grundlage des Berichts genommen wurde: „Die derzeitigen Bemühungen der Europäischen Union (EU) zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen (THG) werden als unzureichend angesehen und die SDGs in Bezug auf den Klimawandel und die biologische Vielfalt sind weiter in unerreichbare Ferne gerückt. Daher müssen die neu gewählten Politiker und Beamten echte Führungsstärke beweisen und ehrgeizigere und konzertierte Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft in allen EU-Mitgliedstaaten ergreifen. Von zentraler Bedeutung für die Bewältigung dieser Herausforderungen und die Gewährleistung des ökologischen und menschlichen Wohlergehens ist die dringende Notwendigkeit einer radikalen Umgestaltung unserer Lebensmittelsysteme.“

Weitere Informationen: oatly.com

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