FDA versucht “Milch” zu deklassifizieren

FDA commissioner Scott Gottlieb Albert H. Teich/Shutterstock
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Die “US Food and Drug Administration” (FDA) hat in der vergangenen Woche auf einer Konferenz die Frage gestellt, ob die “Standards of Identity” für Milch in den Vereinigten Staaten korrekt durchgesetzt werden, um die Kuhmilchindustrie angesichts der explosionsartig steigenden Zahl veganer Milchgetränke zu schützen.

Der Absatz von Milchprodukten in den USA ist drastisch zurückgegangen und hat viele amerikanische Kleinbauern aus dem Geschäft gedrängt, während Nicht-Milchprodukte in den letzten fünf Jahren um rund 61% gestiegen sind und einen Marktwert von über 2 Milliarden Dollar erreicht haben. Die “American Dairy Coalition” hat daraufhin die “Protecting Milk Integrity Initiative” ins Leben gerufen, um bei der FDA eine Petition zur Durchsetzung strengerer Vorschriften für die Kennzeichnung ihrer pflanzlichen Konkurrenten einzureichen.

Während des Politico Pro-Gipfels am 17. Juli signalisierte Kommissar Dr. Scott Gottlieb, dass die FDA künftig die Verwendung des Wortes “Milch” auf den Behältern ihrer pflanzlichen Alternativen verbieten könnte, basierend auf den bestehenden “Identitätsstandards”, die derzeit kommerzielle Milchprodukte als von einem laktierenden Tier stammend definieren. “Das war für die Milchindustrie ein kleines Problem, denn man sieht, wie sich Produkte wie Sojamilch und Mandelmilch “Milch” nennen”, sagte er. “Und wenn man sich unsere Identitätsstandards ansieht, gibt es irgendwo einen Hinweis…auf ein säugendes Tier – und eine Mandel laktiert nicht.”

Auf diese etwas skurille Aussage antwortete Michael Neuwirth vom Getränkehersteller “Danone North America“: “In den Vereinigten Staaten sind “Sojamilch”, “Mandelmilch” und “Kokosmilch” die gebräuchlichen und üblichen Bezeichnungen für pflanzliche Produkte im Sinne der aktuellen FDA-Verordnung, und wir kommunizieren über unsere Produkte mit klaren Referenzen. Milch- und Pflanzenprodukte sind klar mit Nährwertangaben gekennzeichnet, so dass die Menschen wissen, was in den Produkten enthalten ist, und die Produkte auswählen können, die ihren Ernährungsbedürfnissen und Vorlieben am besten entsprechen. Wir glauben nicht, dass weitere Kennzeichnungsstandards notwendig sind.”

Hierzulande gibt es schon ein solches Gesetz. Am 14. Juni 2017 entschied der Europäische Gerichtshof, dass unter anderem die Bezeichnung “Milch” für pflanzliche Alternativen, nicht gestattet ist.

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