Singapur fördert Agrar-Innovationen mit ambitioniertem Plan zu mehr Ernährungssouveränität

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Mit ihrer erstmals im März vorgestellten Agenda, arbeitet die Regierung Singapurs an zahlreichen Maßnahmen im Bereich der Agrarindustrie, um sich aus seiner Abhängigkeit von Importen zu befreien und seiner Bevölkerung nachhaltig eine ausreichende und eigenständige Ernährung bieten zu können.

Herausforderungen für Lebensmittelproduktion

Singapur zeichnet sich als Stadtstaat vor allem durch seine dicht besiedelte und urban geprägte Struktur aus, auf der wenig Platz für Agrarwirtschaft übrig ist: Lediglich ein Prozent der 724 Quadratkilometer großen Fläche Singapurs wird gegenwärtig für Landwirtschaft genutzt und auch die Produktionskosten sind im Vergleich zu anderen Staaten der Region extrem hoch.

Das Land produziert lediglich rund 10 Prozent seiner benötigten Lebensmittel selbst und bezieht den verbleibenden Anteil als Import, um seiner mittlerweile 5,6 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung Lebensmittel in ausreichender Menge und Vielfalt gewährleisten zu können.

“30-by-30”-Plan

Mit Blick auf den Klimawandel und die konstant wachsende globale Bevölkerung möchte sich das Land aus dieser Abhängigkeit befreien und für die Ernährungssicherheit seiner Einwohner nicht länger in einem so großen Maße auf importierte Produkte angewiesen sein.

Mit seinem „30-by-30“-Plan hat sich das Land das ambitionierte Ziel gesetzt, den Anteil selbst produzierter Lebensmittel durch kreative Maßnahmen sowie Innovationen im Bereich Technologie und Forschung bis zum Jahr 2030 auf 30 Prozent anzuheben.

Umfassende finanzielle Mittel der Regierung für Innovation und Forschung

Dazu sollen vor allem innovative Ideen in der Lebensmittelproduktion genutzt und weiterentwickelt werden. Das Flächenproblem des Inselstaats wird durch achtstöckige Aquakultur-Anlagen in der Fischzucht und derzeit bereits über 30 existierenden Vertical Farming-Anlagen umgangen, die den nutzbaren Raum zum Anbau vom Obst und Gemüse erweitern.

Zur Umsetzung solcher Ideen stellt die Regierung mit ihrer neuen Agenda 144 Millionen Singapore Dollar (104 Millionen US Dollar) für die Erforschung und Entwicklung im Lebensmittelbereich sowie 63 Millionen Singapore Dollar für die technologische Austattung von Agrarbetrieben für eine erhöhte Produktivität bereit.

Weltweit erstes Unternehmen arbeitet an zellkultivierten Garnelen

Während Singapur bereits umfangreiche Investionen für die Erforschung und Entwicklung von Clean Meat getätigt hat, hat sich das Start-up Shiok Meats derweil das ehrgeizige Ziel gesetzt, in naher Zukunft die ersten laborkultivierten Garnelen der Welt anbieten zu können. Shiok wird in seinem Vorhaben von Henry Soesanto, CEO der philippinischen Monde Nissin Corp., unterstützt, die wiederum Eigentümerin der britischen Fleischersatzfirma Quorn ist.

Mit der finanziellen Förderung von 4,6 Millionen US Dollar, die das Unternehmen in diesem Jahr verzeichnen konnte, plant man Mitbegründerin Sandhya Sriram zufolge, dass Produkt erstmals Ende 2020 in ein oder zwei Gourmet-Restaurants vorzustellen. Bis 2030 soll die Garnelenproduktion für die gesamte Bevölkerung Singapurs ausreichen.

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