Politik

CULT Food Science wendet sich gegen Floridas Verbot von kultiviertem Fleisch

Die auf zelluläre Landwirtschaft spezialisierte Investmentfirma CULT Food Science Corporation hat einen offenen Brief an die Regierung von Florida veröffentlicht. In diesem Brief spricht sich das Unternehmen gegen das staatliche Verbot des Verkaufs von kultiviertem Fleisch aus.

Im Mai dieses Jahres machte Gouverneur Ron DeSantis Florida zum ersten US-Bundesstaat, der mit der Unterzeichnung des Senatsgesetzes 1084 ein Verbot für Fleisch aus Zellkulturen verhängt hat: „Wir wehren uns gegen eine Ideologie, die letztlich die Fleischproduktion in den USA und weltweit abschaffen will. Im Bundesstaat Florida haben wir ein klares Zeichen gesetzt: Wir stehen zur Landwirtschaft“, so Ron DeSantis und fügte hinzu: „Gehen Sie mit Ihrem gefälschtem, im Labor gezüchtetem Fleisch woandershin. Wir werden das im Staat Florida nicht zulassen!“

Kritische Bedeutung

CULT Food Science, das kürzlich Mitchell Scott (ehemals bei The Very Good Food Company) nach dem Rücktritt von Lejjy Gafour zum CEO ernannt hat, hat bereits mehrere bekannte Unternehmen in der Branche unterstützt, darunter Umami Meats, MeliBio, Jellatech, California Cultured und verschiedene Firmen im Bereich der alternativen Tiernahrung.

Der unten stehende offene Brief wurde von CULT Food mit der Absicht verfasst, die Diskussion über kultiviertes Fleisch und seine „kritische Bedeutung für die Dekarbonisierung des globalen Nahrungsmittelsystems“ zu verstärken.

Umami Meats Eis
© Umami Meats

Der vollständige Text des offenen Briefes

„Sehr geehrter Gouverneur DeSantis, Sprecher Renner und Senatspräsident Passidomo,

die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Beweise über Fleisch aus Kulturen sind eindeutig. Es ist sowohl für den Verzehr sicher als auch umweltfreundlich. Angesichts der immer größer werdenden Klimarisiken, ist kultiviertes Fleisch nicht länger eine Alternative, sondern eine Notwendigkeit. Die politischen Entscheidungsträger sollten die nachhaltige Eiweißproduktion unterstützen und nicht versuchen, ihr regulatorische Hindernisse in den Weg zu legen. Jeff Bezos und der Bezos Earth Fund haben kürzlich zwei bahnbrechende Zusagen für neue Einrichtungen gemacht, die die Forschung und Entwicklung von kultiviertem Fleisch am Imperial College in London und der North Carolina State University beschleunigen sollen.

Auch das US-Militär hat kürzlich angekündigt, kultiviertes Fleisch als Proteinquelle für die Truppen einzusetzen. Die Fakten sind eindeutig, die Massentierhaltung verbraucht zu viel Land und erzeugt zu viele Treibhausgase. Dazu steigt die weltweite Nachfrage nach Fleisch, statt zu sinken, deshalb ist kultiviertes Fleisch die Antwort. Es handelt sich um echtes, unverfälschtes Tierfleisch, das lediglich mit anderen Produktionsmethoden hergestellt wird.

Die Vorstellung, dass dieses Fleisch unecht oder ungesund ist, ist schlichtweg falsch. Die FDA hat kultiviertes Fleisch für den menschlichen Verzehr zugelassen und dennoch versuchen politische Entscheidungsträger auf staatlicher Ebene, den Fortschritt dieser innovativen Industrie zu behindern. Die Lebensmittelproduktion ist einfach nicht nachhaltig, wenn sie unsere Umwelt schädigt und Treibhausgase ausstößt, die wesentlich schädlicher sind als Kohlendioxidemissionen.

Wir von CULT Food Science setzen uns für die Förderung dieser wichtigen Technologie ein, die unserer Meinung nach einer der wichtigsten Hebel für die Dekarbonisierung unseres Planeten ist. Die jüngsten Verbote aus Florida repräsentieren nicht die Ansichten führender Wissenschaftler oder der Umweltforschung, sondern beruhen auf Fehlinformationen und dem Versuch, den öffentlichen Diskurs in eine negative Richtung zu lenken. Diese Haltung ist schädlich und muss als das erkannt werden, was sie ist: Der Schutz der Interessen einiger weniger und der Versuch, einen der spannendsten Bereiche der Biotechnologie und Lebensmittelwissenschaft zu diskreditieren.

Die Entscheidung darüber, was man konsumiert oder kauft, sollte dem Markt und den Verbrauchern überlassen werden und nicht durch Gesetze diktiert werden, die Fortschritt und Wettbewerb behindern. Die Beschränkung des Verkaufs und der Produktion von kultivierten Fleischprodukten verwehrt den Floridianern den Zugang zu diesen innovativen Produkten und schränkt die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher ein. CULT Food Science freut sich über die Gelegenheit, seine Sichtweise zu diesem wichtigen Thema darlegen zu können.“

 

kultiviertes fleisch in petrischale
© New Africa – stock.adobe.com

Umstellung des Agrarsystems auf Nachhaltigkeit

Mitchell Scott kommentiert dazu: „Wir wissen, dass kultiviertes Fleisch und zelluläre Landwirtschaft neue Technologien sind, die viele noch nicht in ihrer Gesamtheit verstehen. Als eines der wenigen börsennotierten Unternehmen der Welt, das sich der Förderung dieser wichtigen neuen Innovationen widmet, um den Klimawandel, die Landnutzung und den Tierschutz anzugehen, halten wir es für wichtig, unsere Plattform und unsere Aktionärsbasis zu nutzen, um wissenschaftliche und evidenzbasierte Diskussionen über kultivierte Proteine voranzutreiben.“

Abschließed sagt Scott: „Wir laden zu einer offenen Diskussion mit allen politischen Entscheidungsträgern zu diesem Thema ein und verpflichten uns, die kulturelle Diskussion darüber voranzutreiben, wie wir unser Agrarsystem auf Nachhaltigkeit umstellen können.“

Weitere Informationen: cultfoodscience.com

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