Tyson Foods als Proteinproduzent und Investor für vegane Unternehmen

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Quelle: commons.wikimedia.org

Im Gespräch mit Feedstuffs äußerte sich der neue Geschäftsführer, Tom Hayes, vom Fleischgiganten „Tyson Foods“ zu seinen vergangenen Investitionen in pflanzliche Unternehmen und gab Einblicke in die für die Zukunft zu erwartende Entwicklung des Unternehmens. Er erklärte dabei, weshalb es für Tyson Foods so wichtig sei, die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens zu verändern – undzwar weg von einem Fleischproduzenten, hin zu einem Proteinproduzenten. Ein nachhaltiges Unternehmensleitbild, das Wohlergehen der Mitarbeiter und verbesserte Bedingungen in der Tierhaltung sind die Themen, mit denen sich die Unternehmensleitung zukünftig verstärkt beschäftigen wird.

Der Fleischriese Tyson Food

Ein Fünftel der Menge, die in den USA an Fleisch verzehrt wird, stammt von Tyson Food. Gegenwärtig beschäftigt der Fleischriese ca. 122.000 Mitarbeiter und verkauft jährlich Rindfleisch im Wert von 15 Milliarden Dollar, Hühnerfleisch im Wert von 11 Milliarden Dollar und Schweinefleisch im Wert von 5 Milliarden Dollar. Darüber hinaus läuft gut die Hälfte des Vertriebs über McDonald’s, Burger King, Wendy’s, KFC und Andere.

Unter Anleitung des neuen Geschäftsführers Tom Hayes, soll das Unternehmen, welches jährlich schätzungsweise 1,8 Milliarden Tiere in Fabrikfarmen schlachtet, nun das globale Nahrungsmittelsystem revolutionieren. Der Fahrplan für die Zukunft geht in Richtung Nachhaltigkeit, was Tyson Foods mit eigens gestecken Zielen versucht zu verwirklichen. Dazu zählt beispielsweise die Beseitigung von Antibiotika aus allen Hühnerprodukten und die Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Investitionen in vegane Unternehmen

Hayes ist der Überzeugung, dass er eine gute Entscheidung damit getroffen hat, in vegane Lebensmittelunternehmen zu investieren, es sei mittlerweile sogar absolut notwendig. Das er diesen Schritt allerdings nicht nur aus Gutmütigkeit getan hat, zeigt die Begründung seiner Entscheidung: „Wenn du sie nicht schlagen kannst, schließt du dich ihnen an, ja?“.

Gesagt, getan. Seit Tom Hayes Amtseintritt in 2016 und der Gründung von “Tyson Ventures LLC” wurde das Engegement in diesem Bereich deutlich verstärkt. Tyson Ventures LLC ist ein 150 Millionen US-Dollar schwerer Venture-Capital-Fonds, welcher in aufstrebende Marken investiert, die über das Potenzial verfügen, mittels innovativer Produkte und Technologien ein nachhaltiges Ernährungssystem zu schaffen. Zusätzlich ist Tyson Foods Investor beim israelischen Start-Up „Future Meat Technologies Ltd“, welchse sich mit der Herstellung von  Clean Meat beschäftigt. Darüber hinaus besitzt Tyson Food Anteile an der veganen Fleischmarke “Beyond Meat”.

Trotz der vielen Kritik und Anschuldigen, die Beyond Meat infolge der Kooperation mit dem Fleischriesen in Kauf nehmen musste, deuten die Zahlen auf eine erfolgreiche und funktionierende Geschäftsbeziehung hin. Tyson Food bot Beyond Meat durch die Kooperation die Möglichkeit, den Vertrieb ihrer Produkte auf mehr als 20.000 US-amerikanische Lebensmittelgeschäfte auszuweiten, was dem pflanzlichen Lebensmittelhersteller eine Verdopplung des Umsatzes einbrachte.

Begeisterung und Beifall gab es für keines der beiden involvierten Unternehmen. Kritik für Hayes gab es seitens der Fleischlieferanten, wohingegen Beyond Meat dahingehend verurteilt wurde, dass nun auch Blut an ihren Händen klebt. Das die Kooperation dennoch nützlich für beide Parteien ist, belegen momentane Entwicklungen im veganen Markt. Vor allem die jüngeren Generationen fallen durch ihren reduzierten Fleischkonsum auf und treiben damit dem Markt für vegane Alternativen deutlich an.

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